Jan
11
Mädchenfänger
“Ich würde gerne mehr von dir sehen”. Im Internet lernt die 13jährige Lainey Emerson den unbekannten Zach kennen, der sich ElCapitan nennt. Das junge Mädchen ist verliebt, die Welt rosa-rot. Fürs erste Treffen hat sich Lainey etwas älter gemacht als sie ist. âDer Märchenprinz war endlich da.“ Nach Hause kommt sie aber nicht mehr. Und nicht nur sie wird vermisst. Ein âMädchenfänger“ treibt sein schauriges Spiel über 450 gnadenlos spannende Seiten. Tief in der Pubertät steckt sie, unzufrieden mit sich und der Welt und erst recht der Familie. Ihre Mutter hat keine Zeit, der Vater wird zudringlich, der kleine Bruder nervt und die groÃe Schwester ist auch keine Hilfe. Lainey flÃ
Amazon Preis: EUR 5,50
Endlich wieder ein gutes Buch von Jilliane Hoffman,
Nach ihrem super Start mit ‘Cupido’ und dem passablen Nachfolger ‘Morpheus’, war ich von ihrem 3. Buch ‘Vater Unser’ leider sehr enttäuscht. Ich kann nicht mehr genau sagen warum, dafür ist es zu lange her, aber jeder Bücherwurm weiß, dass man so etwas nicht vergisst.
Dann war es lange Zeit ruhig um Jilliane Hoffman bis letzte Woche endlich ihr neues Buch ‘Mädchenfänger’ auf den Markt kam. Ich konnte vorab schon durch die Leseprobe hineinschnuppern und es wurde direkt klar, dass es wieder was neues und frisches ist und glücklicherweise nichts mit ‘Vater Unser’ gemeinsam hat.
Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten die vor allem Sexualverbrecher und Pädophile heute mit Hilfe des Internets haben, um an ihre Opfer zu kommen. Dies geht von ‘harmlosen’ Trojanern mit deren Hilfe die Webcam gesteuert werden kann, bis hin zu ausgeklügelten Profilen auf Social Network Seiten auf denen sie sich als 17 jährige Highschool-Schüler ausgeben, um sich mit den jungen Mädchen zu treffen. Jilliane Hoffman zeigt hier auf wie einfach es heutzutage ist sich Opfer im Internet zu suchen und wie leicht es ist an Informationen über seine Opfer zu kommen.
Hoffman hat das Buch in sehr viele kleine Kapitel eingeteilt, was ich persönlich sehr angenehm finde, denn es hilft alles etwas aufzulockern. Sie springt zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her, erzählt einmal aus der Sicht von Bobby Dees, dem Ermittler, aus der Sicht von Lainey, der Entführten und aus der Sicht des Bösen. Zu keiner Zeit fühlt man sich verwirrt oder verloren zwischen den verschiedenen Personen und Hoffman versteht es dem Leser geschickt falsche Fährten zu legen. Brisanz bekommt das ganze, als man erfährt, dass auch die Tochter von Dees verschwunden ist und möglicherweise vom selben Mann entführt wurde, denn Lainey lernt durch die Wände ihres Gefängnisses eine Katy kennen, die schon länger in der Gewalt des Entführers ist.
Die Autorin verrät dem Leser nie genau, was der Entführer mit den Mädchen anstellt, aber man kann es sich durchaus denken. Ein sehr schönes Mittel die Spannung zu steigern ist die Beschreibung der Gemälde, die der Reporter Fielding vom Mörder erhält und auf denen die Mädchen kurz vor ihrer Ermordung zu sehen sind.
Sehr gut steigert sich die Spannung von der Entführung Laineys, den ersten Verdächtigen, dem scheinbaren Tod des Entführers und der darauf folgenden Beurlaubung von Dees bis hin zu den überraschenden Wendungen am Schluss. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn ich kann nur jedem ans Herz legen diesen Thriller selbst zu lesen, denn es ist endlich wieder ein Buch, dass seinen Platz auf den Bestsellerlisten meiner Meinung nach verdient hat. Volle Punktzahl!
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| Kommentar als LinkRealitätsnaher Thriller, der unter die Haut geht,
“Mädchenfänger” ist ein Thriller, der nicht nur spannend ist, sondern bei seinen Hörern Gänsehaut produziert. Überaus aktuell ist das Thema, das die Autorin Jilliane Hoffman gewählt hat und so trifft sie nicht nur den Nerv der Zeit, sondern macht auf eine Thematik aufmerksam, die vielen Eltern große Sorgen bereitet. Dabei versteht die Autorin es, Gefahren, die in scheinbar anonymen Chaträumen lauern, realistisch darzustellen und benutzt für ihre Warnung das Schicksal eines jungen Mädchens, das in die Fänge eines perfiden Mörders gerät – eines Mannes, der genau weiß, wie er bei Teenagern landen kann. Genervt von Eltern und Lehrer gleichermaßen, sehen diese in der Beschäftigung mit dem Internet eine Chance, Spaß zu haben und Freunde zu treffen, die sie verstehen. Ein Freizeitvergnügen, dessen enorme Risiken sie bei Weitem nicht abschätzen können.
Gelesen wird der spannende Thriller von Andrea Sawatzki, die vielen Hörern bereits als Schauspielerin, aber auch als Hörbuchsprecherin bekannt sein dürfte. Ob als Tatortkommissarin oder Sprecherin von “Glennkill”: Andrea Sawatzki versteht es, ihre Hörer regelrecht mitzureißen und in eine Welt zu entführen, in denen Verbrechen an der Tagesordnung sind. Dabei gelingt es ihr, Opfern und Verbrechern gleichermaßen eine zu ihnen passende Stimme zu verleihen und den Kampf um Leben und Tod akustisch darzustellen. Gleichzeitig versteht Sawatzki es, Lesetempo und Lautstärke so anzupassen, dass ein wahres Kino im Kopf entsteht. Ein Hörgenuss, der nicht nur fesselt, sondern unter die Haut geht.
Fazit:
Aufrüttelnd und realitätsnah, so präsentiert sich “Mädchenfänger” seinen Hörern und lässt sie das Verbrechen an einem jungen Mädchen, das naiv genug war, einem Fremden zu vertrauen, hautnah miterleben. Ein Thriller, der gut unterhält, gleichzeitig aber als Warnung zu verstehen ist.
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