Gott: Eine kleine Geschichte des Größten


Panikattacken und allgemeine Angststörungen schnell stoppen!
Nicht zweifeln, glauben! Zweifel an der Existenz Gottes, sicher so etwas gibt es. Aber das ist heilbar. Das ist die einfache Botschaft, auf die man die Ausführungen des Bestsellerautors, Psychiaters und Theologen Manfred Lütz bringen könnte. Oder: Wer nicht glaubt, der ist selber schuld, wenn er nicht glücklich wird. So weit, so gut. So etwas darf man glauben. Wirklich problematisch aber sind Aussagen wie die folgende: "An Gott glauben oder Nietzsche zu folgen, das scheint die wirkliche Alternative zu sein. Wenn man aber Nietzsche folgt, dann muss man auch bereit sein, den bitteren Kelch des Atheismus bis zur Neige zu trinken. Dann hat man keine Argumente gegen die kraftvoll skrupellose Macht eines Hitler, Stalin oder Mao Tse Tung, die

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2 Responses to Gott: Eine kleine Geschichte des Größten

  1. 121 von 155 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    2.0 von 5 Sternen
    Wie gerne hätte ich dieses Buch uneingeschränkt gelobt…, 8. Februar 2008
    Von 
    isy3 (lebt nun am Bodensee) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 50 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Gott: Eine kleine Geschichte des Größten (Gebundene Ausgabe)

    … hätte der Autor dem Titel seines Buches nur den Buchstaben “M” hinzugefügt. Es hätte heißen sollen: Gott – MEINE kleine Geschichte des Größten. So hätte der Leser gewusst, was ihn erwartet – nämlich ein langes persönliches und individuell begründetes Glaubensbekenntnis zum Christentum anstatt einer kurzen seriösen Arbeit über die Geschichte der Religion. So aber erscheint ein ganzes Buch, das in seiner Konzeption gut für die Seele ist, allgemein verständlich und unterhaltsam geschrieben, leider als geistige Mogelpackung. Und dafür gibt es von mir 3 Sterne Abzug; denn das Buch ist noch nicht als Taschenbuch erschienen und noch ziemlich teuer.

    Der Text des Buches ist ganz besonders gut für die katholische Seele, weil es insbesondere den katholischen Christen einige schöne Argumentationshilfen an die Hand geben kann, um sich gegen bestimmte, besonders platte und abgenutzte Angriffe von Atheisten zu verteidigen. Dies gelingt besonders dort, wo Psychologie und Neurologie als Begründung eines atheistischen Weltbilds angeführt werden. Autor Manfred Lütz ist von Beruf Arzt und Psychotherapeut und entkräftet schwache Argumentationen auf diesen Gebieten sehr elegant. Auch sind in dem Buch einige schöne geradezu poetische persönliche Erfahrungen mit dem Christentums enthalten, die einen gläubigen Leser bereichern können. Das Ganze ist auch unterhaltsam und allgemeinverständlich geschrieben und liest sich von vorne bis hinten leicht und locker weg. Manfred Lütz schreibt mit viel Humor und teilt uns seine persönlichen Ansichten mit. Das ist meiner Ansicht nach gerade bei einem Buch über den Glauben völlig legitim, und meinem Empfinden nach das Wertvollste an dem Buch. Es enthält aber zum Christentum und den historischen Fakten die dem Leser als Begründungen angeboten werden sollen, eine Menge Lücken, Ungenauigkeiten und Vermutungen. Und zwar gerade dann, wenn es dem Autor wieder einmal nicht in seine Gedankenführung passt. So starb der Diktator Stalin nicht friedlich und unbehelligt in seinem Bett, wie Lütz es behauptet. Er erlitt einen Schlaganfall und lag viele Stunden stöhnend und röchelnd auf dem Fußboden, während sich im Zimmer nebenan Berater, Parteifreunde und sein Arzt aufhielten, die es aus schierer Angst vor ihm nicht wagten, dem Kranken zu helfen.

    Die einzelnen Kapitel des Buches reißen bestimmte Themen nur an – der gesamte Buddhismus beispielsweise wird in sieben Seiten eines Unterkapitels kurz abgehandelt und leichthin beiseite geschoben. Ich zitiere: “Der Buddhismus gilt als eine der großen Weltreligionen. Doch ist er wirklich eine Religion? Man kann das mit guten Gründen bestreiten. Denn zumindest Gott kommt kommt bei ihm nicht vor. … Nehmen wir den Buddhismus einfach als das was er ist, nämlich eine… durchaus beeindruckende Weisheitslehre.” Aha. Dem Autor gilt der Buddhismus also nicht als Weltreligion, weil Gott nicht ausdrücklich darin vorkommt. Das ist sehr geschickt geschrieben – aus “ist” wird hier “gilt als” und aus einer verbreiteten und angesehenen “Weltreligion” wird eine nützliche und ehrenwerte “Weisheitslehre” – etwas irgendwie Geringerwertiges als eine “echte” Religion, wie es der Autor immerhin dem Judentum und dem Islam zugesteht. Diese Argumentation wird in ihrer Verkürzung dem Buddhismus nicht gerecht. So überzeugt man keinen Andersdenkenden, sondern erfreut nur diejenigen, die vorher sowieso schon der gleichen Meinung waren.

    Je fadenscheiniger übrigens das Argument des Autors, desto flapsiger wird dann sein Ton. Ein origineller und witziger Schluss-Satz und schon geht es weiter zum nächsten Thema. Nach diesem Rezept sind viele Kapitel des Buches aufgebaut.

    Ich hatte nach der Lektüre diesen faden Nachgeschmack im Mund, den ich immer bekomme, wenn in einer Talkshow ein Gast alle anderen an die Wand spielt, die nicht so geschickt argumentieren können, aber die Sache um die es dabei geht im Kern nicht berührt wird.

    Schade!

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  2. 101 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Persönlich und auch kritisch, Religion und Atheismus auf dem Prüfstand, 29. Dezember 2007
    Von 
    Rezension bezieht sich auf: Gott: Eine kleine Geschichte des Größten (Gebundene Ausgabe)

    Religion und Glaube sind heute wieder in aller Munde. In zahlreichen Talkshows und Büchern schmeißen sich Gegner und Befürworter der Religion die Argument für und gegen diese um die Ohren. Ein wenig spiegelt sich diese “ewige Auseinandersetzung” auch in dem vorliegenden Buch von Manfred Lütz wieder, der nicht verschweigt auf welche Seite er sich schlägt: pro Religion und mehr: pro Gott! Allein diese Tatsache wird im Zeitalter von Richard Dawkins “Gotteswahn” so manchen davon abhalten dem vorliegenden Buch etwas Konstruktives abgewinnen zu können, denn wer so klar und deutlich Stellung bezieht – so ein all zu oft anklingendes Argument – wird wohl kaum eine faire und reflexive Aufarbeitung des Themas erwarten lassen. So gesteht auch Lütz in diesem Buch ein, dass es sich um eine klar persönlich bestimmte Herangehesweise an das Thema “Gott” handelt, eine andere – so lautet eine Botschaft des Buches – ist gar nicht möglich. Lütz demonstriert, dass weder die Psychologie, noch die Philosophie mit ihren starren Götterbildern wirklich etwas über Gott aussagen können, Gott zu erfassen – was vollends nie gelingen kann -ist immer ein “Mehr” und hat im Wesentlichen mit persönlichen Erfahrungen zu tun. Einen wesentlichen Teil des Buches nimmt die Auseinandersetzung mit dem Atheismus und der “Wissenschaft” ein, welche Lütz als die Hauptgegner der Religion in den vergangenen Jahrhunderten ausmacht. Kurz und knapp schildert er dabei die wesentlichen Formen des Atheismus von der Antike bis zur Gegenwart, zeigt aber auch an gegebenen Stellen dessen Schwächen auf. Nach Lütz ist der Atheismus heute eigentlich überwunden, da seine wesentlichen Argumente hinfällig geworden sind, was nach Lütz auch an der wissenschaftlichen Erkenntnis liegt, dass eigentlich keine streng allgemeingültigen Aussagen mehr gemacht werden können. Wer die Aussage “Gott gibt es nicht” propagiert, muss gleichfalls auch die Aussage “Gott gibt es” auf eine gleiche Stufe stellen und damit anerkennen.
    Die Sprache von Lütz in diesem Buch ist sehr eingängig, d. h. vor allem locker und all zu oft (polemisch) flapsig. Die philosophischen/ psychologischen (atheistischen) Konzeptionen auf die eingegangen wird in diesem Buch, werden in wenigen Sätzen zusammengefasst, wobei man als Leser schonmal schlucken muss, wenn Freud, Platon, Aristoteles, Kant, Hegel, Augustin, Rahner u. a. sprachlich so frei und verkürzt abgehandelt werden. Hier zeigt sich aber zum Einen die Stärke von Lütz, nämlich jedermann/frau (!!!) die großen Denker der Weltgeschichte vereinfacht – aber korrekt – zu vermitteln, zum anderen verbirgt sich hier aber auch eine Schwäche des Buches, es fehlt manchmal etwas an Tiefe. Kenner der genannten Denker werden sich nicht immer zufrieden geben. Nach Lütz Eigenaussage (Nachwort) ist sein Werk aber von zahlreichen Experten gegengelesen, daher sind inhaltliche Fehler in der Darstellung ausgeschlossen, was m. E. auch zutrifft. Da das Buch für eine breite Öffentlichkeit verfasst ist, fehlen Literaturangaben und Register, was zumindest bei den zahlreichen Zitaten schmerzt, hier hätte man auch als wissenschaftlicher Laie gern das ein oder andere Mal gewusst, aus welchem Werk der großen Denker es stammt, bzw. in welchem Zusammenhang das Zitat im Originalwerk steht. Insgesamt eignet sich die Lektüre des Buches aber als ein guter Einstieg in die Auseinandersetzung zwische Religion, Wissenschaft und Atheismus und deren gegenseitigen Verquickungen, es ist aber auch persönlich, weshlab Lütz – zu Recht – keine Allgemeingültigkeit beansprucht, es bietet aber Argumente und Gedankengänge, die jeden einladen können, mit- und weiterzudenken, was auch selbsternannte Atheisten und Agnostiker ansprechen sollte.

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