Nachdem Gertrud Ennulat im Frühjahr 2008 bei Klett-Cotta mit ihrem Titel “Kriegskinder. Wie die Wunden der Vergangenheit heilen” ein viel beachtetes, wichtiges Buch vorgelegt hat, in dem sie, selbst ein Kriegskind, viele eigene Erfahrungen reflektierte und zahlreiche Interviews und authentische Berichte anderer Zeitzeugen ausgewertet hat, erscheint nun im Herder Verlag ein Buch von Anne-Ev Ustorf, die die Kinder der Kriegskinder in den Blick nimmt. “Wir Kinder der Kriegskinder.Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs” ist ein nicht minder wichtiges Buch und hat mir als Berater und Seelsorger sehr geholfen , ein vertieftes Verständnis zu entwickeln für das oft seltsame Verhalten eines Teils jener Menschen, deren Eltern die Kriegsjahre als Kinder erlebt haben und die diese Erfahrungen und die daraus resultierenden Verhaltensweisen an ihre Kinder sozusagen “vererbt” haben.
Das Gefühl, das nicht verschwinden will, sich einfach nicht richtig verwurzeln zu können, unstetig und in Hast sein Leben zu führen, die von den Eltern vermittelte Sparsamkeit, die auch noch in Zeiten des Überflusses das alltägliche Handeln bis hin zur Ernährung bestimmt und vor allen Dingen das extrem hohe Sicherheitsbedürfnis der Eltern, das es ihnen bis zum heutigen Tag verwehrt hat, ein gutes, lockeres und entspanntes Leben zu führen.
Diese Familiengeschichten wirken lange nach, und können die Kinder der Kriegskinder sehr in ihrer Lebensqualität einschränken. Doch ähnlich wie es Gertrud Ennulat in ihrem Buch vormachte, zeigt auch Anne-Ev Ustorf, dass man dabei nicht stehen bleiben muss. Auch sie schlägt Gespräche mit den Eltern vor, solange das noch möglich ist. Sie geht damit einen Weg des Verständnisses, der die Voraussetzung ist für eine Versöhnung, ohne die die unverarbeitete Weitergabe von Erfahrungen an die nächste Generation nicht möglich ist.
Beeindruckend finde ich die Fülle der Literatur , die die Autorin verarbeitet hat, darunter gerade erst jüngst erschienene Werke wie zum Beispiel Andreas Kosserts “Kalte Heimat”.
Allen Menschen, deren Eltern den Krieg als Kinder erlebt haben, und die schon immer dachten, warum wissen wir eigentlich so wenig davon, allen diesen Menschen sei dieses wichtige Buch zur Lektüre empfohlen.
Und danach ein feinfühliges Gespräch mit den Eltern über deren Erfahrungen. Es wird beide bereichern und in gewissen Sinne von dem Druck der Vergangenheit “erlösen”.
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Schon beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses fing ich unweigerlich an, zuzuordnen: Meine Mutter, mein Vater, meine Mutter, noch einmal, dann wieder mein Vater.
Frau Ustorf hat ein ergreifendes und zugleich wundervolles Thema aufgegriffen, dass mir so nah ist, dass ich nur schwer glauben kann, wieso bisher niemand darauf gekommen ist. Und sie tut es sehr zurückhaltend und unaufgeregt, ohne Zeigefinger und ohne großes Tamtam- das machen ihre Interviews und die Information, die darum zusammengetragen hat, von ganz alleine.
Wenn sich die Gänsehaut gelegt hat, fahre ich zu meinen Eltern und frage sie Löcher in den Bauch.
Ich werde das Buch definitiv jedem aus meiner Familie und auch jedem aus meiner Schuklasse empfehlen, den ich noch kenne, denn es betrifft und berührt jeden automatisch.
Beide Daumen hoch!
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Ein Buch, das helfen kann, Menschen von der Last der Vergangenheit zu “erlösen”,
Nachdem Gertrud Ennulat im Frühjahr 2008 bei Klett-Cotta mit ihrem Titel “Kriegskinder. Wie die Wunden der Vergangenheit heilen” ein viel beachtetes, wichtiges Buch vorgelegt hat, in dem sie, selbst ein Kriegskind, viele eigene Erfahrungen reflektierte und zahlreiche Interviews und authentische Berichte anderer Zeitzeugen ausgewertet hat, erscheint nun im Herder Verlag ein Buch von Anne-Ev Ustorf, die die Kinder der Kriegskinder in den Blick nimmt. “Wir Kinder der Kriegskinder.Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs” ist ein nicht minder wichtiges Buch und hat mir als Berater und Seelsorger sehr geholfen , ein vertieftes Verständnis zu entwickeln für das oft seltsame Verhalten eines Teils jener Menschen, deren Eltern die Kriegsjahre als Kinder erlebt haben und die diese Erfahrungen und die daraus resultierenden Verhaltensweisen an ihre Kinder sozusagen “vererbt” haben.
Das Gefühl, das nicht verschwinden will, sich einfach nicht richtig verwurzeln zu können, unstetig und in Hast sein Leben zu führen, die von den Eltern vermittelte Sparsamkeit, die auch noch in Zeiten des Überflusses das alltägliche Handeln bis hin zur Ernährung bestimmt und vor allen Dingen das extrem hohe Sicherheitsbedürfnis der Eltern, das es ihnen bis zum heutigen Tag verwehrt hat, ein gutes, lockeres und entspanntes Leben zu führen.
Diese Familiengeschichten wirken lange nach, und können die Kinder der Kriegskinder sehr in ihrer Lebensqualität einschränken. Doch ähnlich wie es Gertrud Ennulat in ihrem Buch vormachte, zeigt auch Anne-Ev Ustorf, dass man dabei nicht stehen bleiben muss. Auch sie schlägt Gespräche mit den Eltern vor, solange das noch möglich ist. Sie geht damit einen Weg des Verständnisses, der die Voraussetzung ist für eine Versöhnung, ohne die die unverarbeitete Weitergabe von Erfahrungen an die nächste Generation nicht möglich ist.
Beeindruckend finde ich die Fülle der Literatur , die die Autorin verarbeitet hat, darunter gerade erst jüngst erschienene Werke wie zum Beispiel Andreas Kosserts “Kalte Heimat”.
Allen Menschen, deren Eltern den Krieg als Kinder erlebt haben, und die schon immer dachten, warum wissen wir eigentlich so wenig davon, allen diesen Menschen sei dieses wichtige Buch zur Lektüre empfohlen.
Und danach ein feinfühliges Gespräch mit den Eltern über deren Erfahrungen. Es wird beide bereichern und in gewissen Sinne von dem Druck der Vergangenheit “erlösen”.
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| Kommentar als LinkUnaufgeregt zur Gänsehaut,
Schon beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses fing ich unweigerlich an, zuzuordnen: Meine Mutter, mein Vater, meine Mutter, noch einmal, dann wieder mein Vater.
Frau Ustorf hat ein ergreifendes und zugleich wundervolles Thema aufgegriffen, dass mir so nah ist, dass ich nur schwer glauben kann, wieso bisher niemand darauf gekommen ist. Und sie tut es sehr zurückhaltend und unaufgeregt, ohne Zeigefinger und ohne großes Tamtam- das machen ihre Interviews und die Information, die darum zusammengetragen hat, von ganz alleine.
Wenn sich die Gänsehaut gelegt hat, fahre ich zu meinen Eltern und frage sie Löcher in den Bauch.
Ich werde das Buch definitiv jedem aus meiner Familie und auch jedem aus meiner Schuklasse empfehlen, den ich noch kenne, denn es betrifft und berührt jeden automatisch.
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