Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik


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Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik
Erscheinungsjahr: 2010
2. Aufl.
Gewicht: 1005 gr / Abmessungen: 215 mm x 135 mm
Von Conze, Eckart; Frei, Norbert; Hayes, PeterEin Mythos bröckelt: Das nach dem Krieg vom Auswärtigen Amt verbreitete Geschichtsbild erweist sich als Legende
Der Mythos, das Auswärtige Amt sei von 1933 bis 1945 ein Hort des Widerstands gewesen, gehört zu den langlebigsten Legenden über das Dritte Reich. Wie aber verhielten sich die Angehörigen des Auswärtigen Dienstes nach Hitlers Machtübernahme wirklich? Und wie stellten sie sich dann in der Bundesrepublik zu ihrer Vergangenheit? Vom ersten Tag an war das Auswärtige Amt unmittelbar in die Gewaltpolitik des NS-Regimes eingebun

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2 Responses to Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik

  1. A. Herzfeld "Kennzeichenliebhaber"
    8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    3.0 von 5 Sternen
    Sehr lesenswert, aber unübersichtlich, 2. März 2011
    Rezension bezieht sich auf: Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik (Gebundene Ausgabe)

    Das behandelte Thema ist sehr wichtig, weil es den Mechanismus aufdeckt, wie Täter immer wieder auf die Füße fallen. Dass das Auswärtige Amt so tief in die Verbrechen des 3. Reiches verstrickt war, überrascht einerseits, andererseits war nichts anderes zu erwarten. Dass Beamte die Politik ihres Geldgebers aktiv unterstützen, war schon immer so, weltweit.
    Die vielen Namen verwirren immens. Man hätte durchaus ein paar Tabellen anfügen können: Außenminister, Botschafter, Staatssekretäre. Um so das Verständnis zu verbessern.
    Ich persönlich hätte auch gern 5-10 Originaldokumente im Buch, wie die berühmte Kostenabrechnung einer Reise zur Beobachtung einer Judendeportation.
    Einige peinliche Fehler erstaunen: Luxemburg war nie ein Reichskommissariat, sondern hatte einen Chef der Zivilverwaltung.
    1950 gab es noch kein Land Baden-Württemberg und Reinhold Maier war zu dieser Zeit Ministerpräsident des Landes Württemberg-Baden (S. 433.

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  2. Winfried Stanzick
    102 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Ein wichtiges Buch, das einen Teil der offiziellen deutschen Geschichtsschreibung vom Kopf auf die Füße stellt, 28. Oktober 2010
    Von 
    Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 10 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik (Gebundene Ausgabe)

    Es war im Jahr 2005, als der erste grüne Außenminister der Republik, Joschka Fischer, einer internationalen Historikerkommission den Auftrag gab, die Geschichte des Auswärtigen Amtes während der Nazizeit und vor allem seine fast nahtlose Weiterarbeit mit vielen ehemaligen Nazidiplomaten nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 in Bonn n zu untersuchen.

    Herausgekommen ist ein Werk, das unter der Herausgeberschaft der international renommierten Historiker Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann im Blessing Verlag veröffentlicht wird.
    Das Buch ist geeignet, den lange auch in der neuen Bundesrepublik gepflegten und gehüteten Mythos von der besonderen Rolle des Auswärtigen Amtes in der Hitlerdiktatur zu zerstören und das ist auch gut so.

    Mehr als man bisher angenommen hat bzw. mehr als von denen, die es wissen mussten, zugegeben wurde, war das Auswärtige Amt in Berlin von Anfang an involviert und aktiv beteiligt an der systematischen Verfolgung und Ausrottung der europäischen Juden. Von den damals beteiligten Personen wurden nur sehr wenige nach dem Krieg zur Rechenschaft gezogen, etwa Ernst von Weizsäcker, damals von seinem noch jungen Sohn Richard von Weizsäcker verteidigt. Dieser Richard von Weizsäcker legte mit seiner berühmten Rede als Bundespräsident 1985 vierzig Jahre nach Kriegsende vielleicht einer der wichtigsten politischen Grundlagen dafür, dass es noch einmal 20 Jahre später politisch möglich wurde, diese Untersuchung in Auftrag zu geben.

    Die meisten Diplomaten wurden nach 1949 übergangslos in das neue Außenamt übernommen und man erinnert sich an das böse Wort von Helmut Heißenbüttel, der den Adenauerstaat einmal “die Fortsetzung des Dritten Reiches mit demokratischen Mitteln” nannte.

    Die Diplomaten des Auswärtigen Amtes, so zeigt dieses Buch, waren mitnichten die heimlichen Oppositionellen der Nazidiktatur, die Schlimmeres verhüteten. Das war lange die raison d`etre der Außenpolitik der BRD bis lange nach der Adenauerzeit. Sie waren mitnichten die Verführten, auch wenn sie unter Nutzung vielfältiger familiärer und adelsständiger Netzwerke diesen Mythos begründeten und lange aufrechterhalten konnten.

    Ein wichtiges Buch, das einen Teil der offiziellen deutschen Geschichtsschreibung vom Kopf auf die Füße stellt.

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