CIA: Die ganze Geschichte


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An dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst haben sich schon viele so genannte Enthüllungsjournalisten abgearbeitet, schnelle Urteile gefällt und dabei oft auf einen schnellen Verkaufserfolg geschielt. Tim Weiner ist ein anderes Kaliber: Der zweifache Pulitzer-Preisträger bereitet auf über 800 Seiten 60 Jahre Geschichte der CIA aus - und nennt diese eine Geschichte des Scheiterns. "Mit ihren Triumphen hat die CIA hier und da Menschenleben gerettet und Geld gespart. Mit ihren Fehlern hat sie beides vergeudet." Die Geschichte dieser eigenwilligen Maschinerie erzählt der Autor chronologisch, beginnend mit der ungewöhnlich späten Gründung zum Ende des Zweiten Weltkriegs (ein spezielles Vorwort zur deutschen Ausgabe gibt interessante Einb


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3 Responses to CIA: Die ganze Geschichte

  1. Niclas Grabowski "niclas grabowski"
    27 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Die Geburt der Politik aus dem Dilettantismus, 2. März 2008
    Rezension bezieht sich auf: CIA: Die ganze Geschichte (Gebundene Ausgabe)

    Das große Problem amerikanischer Organisationen – man mag das kaum glauben, aber nach diesem Buch ist es wirklich so – ist deren schlechtes Management. Und während in der Wirtschaft diese Schwäche noch durch grenzenlosen Optimismus und hohe Innovationskraft kompensiert werden kann, bleibt bei den staatlichen Institutionen leider nur die auch typisch amerikanische Rücksichtslosigkeit, um die organisatorischen Schwächen auszugleichen. Im Ergebnis bilden diese schlecht geführten, staatlichen Organisationen dann – zum Schaden Amerikas und des Restes der Welt – eine weitere Gruppe zutiefst amoralisch handelnder Menschen, die einer negativ wirkenden Gruppendynamik völlig erlegen zu sein scheinen. Und deshalb Schlimmes anrichten.

    Aber genug von der allgemeinen Kulturkritik. Hier in diesem Buch geht es um eine spezifische Organisation, über die in aller Ausführlichkeit berichtet wird. Erzählt wird die Geschichte der CIA, des wohl wichtigsten, aber keinesfalls einzigen, amerikanischen Geheimdienstes. Gegründet kurz nach dem zweiten Weltkrieg zu Beginn des kalten Krieges, und sofort mit allen Neurosen versehen, die der zu dieser Zeit herrschende Antikommunismus so zu bieten hatte. Allein schon der Blick auf das damalige Führungspersonal reicht aus, um das Problem zu verstehen. Eine Versammlung kranker Menschen, überdurchschnittlich vieler Alkoholiker und menschlicher Wracks anderer Form war es, die hier mit einer unglaublichen Menge von Ressourcen ausgestattet wurde, um einen Feind zu bekämpfen, der zwar nicht stark, aber kaum weniger neurotisch war. Man hätte eigentlich ständig etwas zu lachen, bei der Erzählung dieser Geschichte, wenn das Buch nicht auch immer wieder über die menschlichen Opfer berichten würde.

    Die Stärke dieses Buches ist es, dass der Autor hier nicht die heutzutage leider übliche, polemische Streitschrift über den bösen, amerikanischen Kolonialismus liefert. Es gelingt ihm – und das ist die große Leistung dieses Buches – die Perspektive der Handelnden auch dann zu beschreiben, wenn sie Schreckliches anrichten und für grausame Entscheidungen verantwortlich sind. Und so wird zum ersten Mal wirklich klar, warum gerade eines der Länder mit der stabilsten und dauerhaftesten, demokratischen Staatsorganisation in der Welt dennoch zu den größten Auslösern von menschlichem Leid gehört. Es ist nicht böse Absicht, sondern purer Dilettantismus. Es gibt einen einfachen Grund, warum der Autor hier weitaus klarer als andere über die Ursachen dieses Verhaltens sprechen kann. Er berichtet wie ein Insider. Er sieht selbst das Problem nicht in der Existenz eines Nachrichtendienstes und auch nicht in dem Versuch, Probleme in Form von Gewalt oder Geheimaktionen “under cover” zu beseitigen. Er wünscht sich wohl eher einen starken Geheimdienst, der erfolgreich ist. Und dem es gelingt, zur Abwechslung mal die richtigen Ziele zu treffen und vielleicht auch etwas mehr als CNN zu erzählen zu haben.

    Für mich dagegen ist das Buch vielleicht gerade dann am spannendsten, wenn die Existenz eines solchen Geheimdienstes überhaupt zur Debatte steht. Das war tatsächlich direkt nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall. Dort hat man den OSS, den Vorläufer der CIA, nach dem Kriegsende erst einmal einfach abgeschafft. Wirft man einen Blick auf die Geschichte der folgenden sechs Jahrzehnte, mag man sich wünschen, dass es dabei geblieben wäre. Denn die Liste der Fehler der CIA ist wirklich unglaublich lang. Ohne die CIA hätte es wahrscheinlich weder einen Saddam Hussein noch einen Bin Laden, noch einen Chomeini, noch einen Pinochet, noch einen Noriega gegeben. Dagegen verblassen die wenigen Erfolge der CIA. Insbesondere ist der Ostblock völlig ohne Einwirkung des wichtigsten, westlichen Geheimdienstes – eigentlich sogar ohne seine Kenntnis – zusammengebrochen.

    Ich halte dieses Buch für das Verständnis von Weltpolitik für sehr wichtig. Es ist eine schallende Ohrfeige für alle Verschwörungstheoretiker, gleichzeitig aber eine gelungene Analyse für politisches Scheitern einer Weltmacht. Damit geht es weit über sein eigentliches Thema hinaus, möglicherweise sogar ungewollt. Gleichzeitig ist es ein sorgfältig geschriebenes und recherchiertes Sachbuch. Es profitiert von der Tatsache, dass mittlerweile viele der Originalakten aus dem kalten Krieg frei zugänglich sind. Und das viele der ehemaligen Spitzenkräfte der CIA die Organisation verlassen haben und ihrem Frust über die Ereignisse freien Lauf lassen.

    Auch wenn das Buch in den nach 1990 an Spannung etwas verliert und weniger Neues, weniger Inside-Information zu bieten scheint, ist es dennoch die für mich beste Analyse des Scheiterns der amerikanischen…

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  2. 15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    3.0 von 5 Sternen
    Gutes Buch – ungute Übersetzung, 24. Februar 2008
    Rezension bezieht sich auf: CIA: Die ganze Geschichte (Gebundene Ausgabe)

    Hinsichtlich des Inhalts kann ich meinem Vorrezensenten nur beipflichten: Sehr gut recherchiert und mit passender Detailtiefe geschrieben.
    Allerdings habe ich nach 180 Seiten die Deckel zugeklappt und habe mir von einem Bekannten das Original aus den USA mitbringen lassen.
    Die Übersetzung in’s Deutsche ist m. E. teilweise unbeholfen, teilweise wird – vollkommen unnötig – Slang übersetzt und im Großen und Ganzen ist die Übersetzung nicht sorgfältig.
    Fünf Sterne für das Original, drei für die übersetzte Fassung.

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  3. 63 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Enttäuschung, 19. März 2008
    Rezension bezieht sich auf: CIA: Die ganze Geschichte (Gebundene Ausgabe)

    Weiner ist so sehr bemüht, seine These von der Geschichte der CIA als eine Geschichte von Mißerfolgen darzustellen, dass das Buch sehr einseitig wirkt und jegliche Fakten, die nicht zu dieser These passen, einfach außer acht läßt. Zweifelos ist das Buch unterhaltsam geschrieben und einige Anekdoten sind wirklich unfassbar. Eine fundierte Geschichte der CIA ist es aber nicht. Zum einen liegt es in der Natur der Geheimdienste, dass man über “Erfolgsgeschichten” gar nichts oder kaum etwas erfährt. Mißerfolge werden viel öfters bekannt. Aber dafür, dass sich Weiner als Journalist der New York Times seit fast 20 Jahren mit diesem Thema beschäftigt, ist das Buch dann doch erstaunlich dünn und für meinen Geschmack zu sensationalistisch. Immerhin hat das Buch in den USA den National Book Award erhalten, was vielleicht auch daran gelegen haben mag, dass nach zahlreichen (Recherche-)Stipendien für Weiner ein Flop einfach nicht in Frage kam.
    Apropos: Dem Versagen der CIA vor dem Einmarsch der Amerikaner in den Irak steht mindestens ein genausogroßes Versagen der Medien und gerade der New York Times gegenüber. Nicht umsonst hat die NYT etwa ein Jahr nach offiziellem Kriegsende eine erstaunliche Eigenkritik geübt und alle Berichte veröffentlicht, die bis dato falsch oder ungenau recherchiert waren und nicht unwesentlich die Öffentliche Meinung beeinflusst haben dürften.

    Zusammenfassend fand ich “CIA” enttäuschend, weil zu einseitig. Man hätte mehr erwartet.

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