Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde


Panikattacken und allgemeine Angststörungen schnell stoppen!
Auszusterben ist ein ganz normaler Vorgang. Jeden Tag machen bedrohte Tierarten es uns vor. Ohnehin wird sich in Jahrmilliarden die Sonne derart ausgedehnt haben, dass für die Erde kein Platz mehr ist. Spätestens dann wird es auch jenes Tier, dass wir salopp Homo sapiens sapiens nennen, nicht mehr geben. Alles in allem ist es also schlecht bestellt um uns. Was aber wäre, wenn die Welt auf das natürliche Aussterben des Menschen nicht mehr warten würde? Was würde passieren, wenn die mit soviel Unvernunft ausgestattete Gattung Homo plötzlich und spurlos von der Welt verschwände? Was würde aus unseren Megastätten, aus den architektonischen Meisterwerken, was aus dem Kölner Dom? Und was würde aus der Natur ohne Umweltverschmutzung, o


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3 Responses to Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde

  1. dm-lady "dm-lady"
    131 von 147 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    3.0 von 5 Sternen
    Hab’s mir anders vorgestellt, 29. April 2008
    Rezension bezieht sich auf: Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde (Gebundene Ausgabe)

    Gedankenspiele à la “Was wäre wenn …” haben mich von jeher interessiert – vom ganz kleinen Detail (z. B. was wäre wenn ich 10 Minuten später über die Straßenkreuzung gehe) bis hin zu so großen und umfassenden Fragen wie die, die sich der Autor als Thema des Buches gewählt hat – Was wäre wenn morgen alle Menschen verschwunden sind?
    Man macht sich natürlich seine eigenen Gedanken darüber: Wie lange würden die Häuser stehen, was würde aus unseren Haustieren werden, wie schnell könnte der Grad der Umweltverschmutzung rückgängig gemacht werden usw. Zunächst scheint das Buch auch in diese Richtung zu gehen, mit der Beschreibung, wie ein Haus in sich zusammenfällt oder was mit der New Yorker U-Bahn geschähe. Für meinen Geschmack etwas zu detailreich geschildert – man muss ja nun nicht jede einzelne Schraube unter die Lupe nehmen. Aber okay, dachte ich, vermutlich gibt es nicht sooo viel zu betrachten und irgendwie muss der Mann ja die über 360 Seiten gefüllt haben. Leider kippte das Verhältnis dann ziemlich stark um. Was zunächst zu viel war, wurde plötzlich viel zu wenig, so dass ich mich wirklich nach einigen Seiten fragen musste, was das jetzt noch mit dem Thema zu tun hat. Klar, um ein Verständnis für ein Zukunftsszenario zu bekommen, muss man einen Blick in den Ist-Zustand werfen und kommt dabei nicht um Physik oder Chemie herum. Z. B. warum Plastik fast unzerstörbar ist, welche Halbwertzeit diverse radioaktive Stoffe haben, wie das Leben im Wasser in diversen Korallenriffs aussieht, welche chemischen oder physikalischen Vorgänge bei der Produktion von XYZ ablaufen usw. Ohne diese Beleuchtung verstünde man wohl nur die Hälfte von dem Bild der Zukunft. Auch hier hatte der Autor wieder eine Menge Wörter aufgetürmt um wenig zu sagen. Und jedes Mal wenn es dann an den entscheidenden Punkt kam – Unterrichtsstunde beendet, jetzt wird das Zukunftsszenario aufgebaut – war ich völlig enttäuscht darüber, dass das eigentliche Thema in wenigen Zeilen lieblos hingeklatscht wurde wie ein Rührei in die Pfanne. Peng, da liegt es. Und nun? Sprung zum nächsten Thema, seitenweise Palaber, nächstes Ei hinklatschen, neues Thema.
    Okay, nach der Hälfte des Buches dachte ich: Dass ich irgendwie völlig andere Vorstellungen von so einem Buch habe, ist ja nicht die Schuld des Autors. Ich hatte mir mehr etwas wie ein Bild aus Worten vorgestellt: Morgen sind alle Menschen weg, unsere Pflanzen in den Wohnungen werden wohl vertrocknen, nach wenigen Tagen werden die wilden Tiere freimütiger in den Städten herumstreunern und nach Essbarem suchen, nach x Tagen fällt die Notversorgung in Kraft-, Gas- und Wasserwerken aus – dadurch wird es zu Explosionen oder was auch immer kommen, nach x Wochen geschieht dies, nach x Jahren das usw. Eigentlich so ähnlich wie es in dem Zeitstrahl ganz vorn und ganz hinten knapp dargestellt wird. Aber Pustekuchen. Mit erhobenem Zeigefinger schimpft der Autor über die Menschen und was sie alles anrichten. An vielen Stellen war ich doch sehr erschrocken, weil mir teilweise das Ausmaß nicht so bewusst war. Aber dass der Mensch sich zu viel einbildet und zu rücksichtslos ist, wissen wir ja nicht erst seit gestern. Somit empfand ich das doch ein wenig als fehl am Platze. Und irgendwie frage ich mich jetzt, wo ich das Buch beendet habe, was ich eigentlich gelesen habe. Da waren eine Menge Worte, aber einen richtigen Kern hatte das ganze eher nicht bzw. hätte man diesen wohl in einem etwas umfangreicheren Zeitungsartikel unterbringen können. Na ja, und wie viele hier beanstandet haben, muss ich deshalb auch sagen, dass das eigentliche Thema irgendwie verfehlt wurde. Vielleicht 15 % des gesamten Buches drehen sich um “Was wäre wenn …”. Deshalb ist es für micht enttäuschend gewesen.
    Ich gebe trotzdem 3 Sterne weil ich zugegebenermaßen ein paar Dinge dazu gelernt habe bzw. Themen entdeckt habe, mit denen es sich näher zu beschäftigen lohnt, z. B. der fast unberührte Waldstreifen in Weißrussland bzw. Polen oder die verlassene unterirdische Stadt, die in den Stein eingearbeitet wurde. Davon hatte ich noch nie gehört und die Beschreibungen haben mein Interesse geweckt.
    Aber sonst ist dieses Buch wie ein Croissant: Es sieht nach viel aus und man bekommt beim Hinschauen Appetit, aber eigentlich ist nur eine Menge Luft drin.

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  2. Andreas P. Rauch
    65 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Spannende Science Fiction, 2. September 2007
    Rezension bezieht sich auf: Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde (Gebundene Ausgabe)

    Was wäre wenn…

    … die Menschheit von heute auf morgen von der Erde verschwünde, spurlos sozusagen?

    Das könnte der Auftakt eines spannenden SF-Romans sein, bei dem ein paar einzelne Protagonisten über eine verwaiste Erde laufen. Der amerikanische Journalist Alan Weisman hat auf eine solche Geschichte verzichtet und liefert hier “nur” den Rahmen: Was wäre also mit den Spuren der Menschheit, ihren Bauwerken und anderen Hinterlassenschaften? Wie lange würden unsere Bauwerke stehen, unsere Städte erkennbar bleiben? Was würde aus unseren Haustieren? Was aus unseren Industrieanlagen?

    Das führt zu der Frage, wie stark der Mensch die Erde bereits verändert hat – und Alan Weisman ist auf viel Überraschendes gestoßen. Die Vorstellung, die Menschheit hätte in vorindustrieller Zeit “im Einklang” mit einer weitgehend unberührten Natur gelebt, weist er deutlich als irrig auf. New Yorks U-Bahn stünde wohl schon nach wenigen Tagen unter Wasser, und bald würden einbrechende Straßenzüge neuen Flussläufen weichen. Einige unterirdische Anlagen wie einige vorgeschichtlichen Dörfer in der heutigen Türkei könnten dagegen die Jahrtausende überstehen. Ratten und andere auf Menschen (und ihre Abfälle) angewiesene Tiere würden wohl zu den Verlieren gehören, andere – besonders die Vögel – in einer menschenfreien Welt so aufblühen wie die neu aufschießenden Wälder.

    Weisman geht die Zukunft aus der Sicht vieler Wissenschaftler an, vieler Erkenntnisse, und im Laufe des Buches wird deutlich, dass seine Spekulation teils ziemlich unsicher ist. Manches widerspricht sich (einmal ist der Mais eine überzüchtete Form einer Naturpflanze, die binnen weniger Jahre ohne Kultivierung verschwinden würde, laut anderer Stelle würde sich Mais wohl über weite Flächen ausbreiten). Das wäre an sich nicht schlimm, würde er durchgehend klar zwischen Fakten, gesicherten und allgemein geteilten Vermutungen und eher spekulativen Einzelmeinungen unterscheiden. Dass er es nicht tut, macht das Buch leichter lebsbar, mindert aber deutlich seinen “Bildungswert”.

    Vieles könnte und würde wohl auch anders kommen – dem genaueren Leser fällt das wohl auch auf. Weismans Buch ist, im besten Sinne, Science Fiction – das sich aber an gut recherchierten einzelnen Entwicklungen und Aspekten entlanghangelt, ohne ein überzeugendes “Gesamtbild” abzugeben. Das wäre noch spekulativer, aber vermutlich auch spannender zu lesen.

    Wer immer sich für postapokalyptische SF interessiert, hat hier eine Fundgrube von Anregungen. Den “allgemeinen Leser” dürfte das komplette Fehlen an Illustrationen stören, dafür ist das Buch gut zu lesen und ungewöhnlich in seiner Art. Wer sich vertieft mit dem bisherigen und künftigen Einfluss des Menschen auf die Erde auseinandersetzen will, sollte dagegen zu anderen Büchern greifen – dieses ist zu ungenau und zu spekulativ.

    Kurzum: Spannende und ungewöhnliche Unterhaltung, selbst wenn man mit dem Autoren nicht immer einer Meinung ist.

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  3. kfir "lies-und-lausch.de"
    57 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Eine interessante Utopie, 21. August 2007
    Von 
    kfir “lies-und-lausch.de” (Langenbach, Oberbayern, Zonenrandgebiet zu Niederbayern) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde (Gebundene Ausgabe)

    Was würde passieren, würde die Menschheit von jetzt auf gleich verschwinden, einfach mit einem “Schnipp!”, ohne Atomkrieg, Seuche oder Naturkatastrophe? Welche sichtbaren Zeichen die Menschheit hinterlässt und wie lange diese erhalten bleiben, dieser Frage geht der Journalist nach. Das Szenario ist natürlich völlig illusorisch, doch das erstaunliche Ergebnis rechtfertigt die Bemühungen.

    Dabei geht es nicht nur um die “Halbwertszeit” gewisser Substanzen, wann Metalle verrosten, Kunststoffe sich auflösen, wann Atommüll endlich ungefährlich ist. Sondern auch was mit unseren domestizierten Haustieren und unseren lästigen Mitbewohnern wie Ratten und Kakerlaken wird. Oder wann die Natur sich ganze Städte zurückerobert hat.

    Dabei steht natürlich die amerikanische Sichtweise ein wenig im Vordergrund und das Beispiel, wie ein unterhöhltes New York ganz schnell geflutet wird ist schon erschreckend. Aber auch viele andere antike Städte und Bauwerke aus aller Welt zieht Alan Weisman für seine Erkenntnisse heran. Sehr schön sind hier auch Beispiele bereits untergegangener Kulturen und Zivilisationen in Lateinamerika oder im Nahen Osten.

    Dies alles ist nicht nur sehr spannend und einleuchtend geschrieben und beschrieben, es ist auch journalistisch fundiert recherchiert. Alan Weisman hat mit diversen Experten, Wissenschaftlern und auch Ureinwohnern gesprochen und die Erkenntnisse reichen von banal vorhersehbar bis unglaublich und unwahrscheinlich.

    Wer jetzt ein wenig mit offenen Augen durch die Welt geht, der kann an einfachen Beispielen erkennen, dass vieles der Wahrheit entspricht. Schon nach kürzester Zeit wachsen nicht nur Gräser, sondern auch Büsche und Bäume aus den Betonfugen stillgelegter Bahngelände, Industriebrachen oder aufgelassener Kasernen. Und unrentabele Steinbrüche, eben noch lebensfeindliche Umgebungen, sind nach ein paar Jahren bereits wieder überwucherte Biotope mit bereits ausgerottet geglaubten Pflanzen und Tieren.

    Ein interessantes Buch, dass es zu Lesen lohnt.

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