Dez
13
Falsche Opfer Tiefer Schmerz: Zwei Bestseller in einem Band
Es ist zum Verzweifeln. Dem schwedischen Ermittlerteam Paul Hjelm und Kerstin Holm bietet sich ein chaotisches Bild: Zum Zeitpunkt der Tat wurde die Szenekneipe Kvarnen offensichtlich von einer regelrechten Schar multikultureller Wahnsinniger bevölkert. Schnöselige Yuppies, einander spinnefeinde Fantrupps zweier Fußballteams, Schwule zwischen Damenkränzchen, sinistre Jugoslawen und mittendrin Per Karlsson, ein seltsamer junger Intellektueller, der, als es passierte, seelenruhig Ovids Metamorphosen las. Die ohnehin aufgeladene Atmosphäre in der brodelnden und vollen Kneipe begann zu kippen, bis in einer Massenschlägerei einem Fan mit einem Bierseidel der Schädel zertrümmert wurde. Nun will keiner etwas gesehen haben. Wie gesagt, es
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Eine Krimiserie der Spitzenklasse,
Nach der ziemlich desaströsen Lösung des Kentuckymörder-Falles im letzten Buch „Böses Blut“ ist das A-Team aufgelöst worden, und seine Mitglieder gehen ihre eigenen Wege.
Als zu Beginn des neuen Buches in einem Lokal mitten in den Auseinandersetzungen zweier Fußball-Fangruppen ein junger Mann tödlich mit einem Bierkrug verletzt wird, beginnen Paul Hjelm und Kerstin Holm, die erst seit einigen Wochen wieder zusammen arbeiten, zu ermitteln. Mit der den beiden eigenen Intuition – die sich mehr und mehr aus ihrer besonderen (Liebes) beziehung erklärt – „riechen“ sie sozusagen den dahinter verborgenen dicken Fisch.
Nach einer mysteriösen Explosion im Gefängnis von Kumla und einem wahren Gemetzel beim Gefecht zweier konkurrierender Banden, wird das alte A-Team rekonstituiert und beginnt langwierige Ermittlungen.
Der Leser wird konfrontiert mit einer auch politisch explosiven Mischung aus Neonazis, Pädophilen, Kriegsverbrechern aus Jugoslawien und einer geheimnisvollen Spur bis hin zum Mord an Olof Palme, die aber nicht aufgelöst wird.
Wie in seinen beiden Büchern zuvor legt Arne Dahl große Sorgfalt in die Schilderung der Biographien seines A-Teams. Mit jedem Band kommen sie dem Leser näher.
Und so wie er in die Aussagen und Gedankengänge seiner Hauptpersonen immer wieder scharfsinnige und bissige Analysen gesellschaftlicher und politischer Vorgänge einflicht, mausert sich Dahl zu einem ähnlichen Chronisten schwedischer Gegenwart der Jahrtausendwende, wie das Sjöwall/Walhö in den siebziger Jahren waren.
Die Bücher sind nicht leicht zu lesen. Dahl präsentiert immer eine Fülle von Personen, Geschichten und Nebengeschichten, die sich erst langsam zu einem raffinierten Plot verdichten, wie ihn so nur wenige zu konstruieren in der Lage sind.
Man darf auf die nächsten Bücher sehr gespannt sein.
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| Kommentar als LinkKlug und kurzweilig,
Der dritte Dahl- Roman um die Sonderermittler der A-Gruppe steht seinen beiden Vorgängern in nichts nach. Ganz im Gegenteil kommt der dritte Teil der Serie sogar noch etwas kurzweiliger daher.
Eine Auseinandersetzung zwischen Fußballfans endet mit einem Totschlag. Dieses banale Verbrechen bildet den Auftakt zu einer Dahl-typischen brutalen Mordserie, in derem Zuge sich die zersplitterte A-Gruppe wieder zusammenfindet. Eine rasante, spannende und äußerst komplexe Ermittlung beginnt, in der alle Mitglieder der A-Gruppe gleichermaßen an ihre Grenzen gehen müssen.
Wie gewohnt konstruiert Arne Dahl einen komplexen Kriminalfall, nur gelingt es ihm diesmal noch besser seinem Ermittlerteam Konturen zu verleihen. Alle Mitglieder machen Entwicklungen durch und werden für den Leser transparenter. Die Schilderungen dieser oft privaten Randbegebenheiten mögen manchem störend erscheinen, mir haben sie äußerst gut gefallen und mir die Figuren erstmals richtig nahe gebracht. So stehen Paul Hjelm und Kerstin Holm keineswegs im Mittelpunkt, sondern allen Ermittlern wird in etwa der gleiche Raum eingeräumt.
Wenn man über die Authentizität des Falles auch geteilter Meinung sein kann, so vermag Dahl einen hervorragenden Spannungsbogen zu entwickeln, schildert glaubhaft die Ermittlungsfortschritte und lässt auch die Bösewichte nicht zu oberflächlich daherkommen.
Mir hats gefallen und zwar sehr gut. Weiter so.
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