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Feb
09
Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen
2 Responses to Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen
Rezension bezieht sich auf: Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen (Gebundene Ausgabe)
Frank Schirrmacher hat mit “Payback” zum wiederholten Mal ein Gespür für die Megathemen unserer Zeit bewiesen. Wie verändert sich unser (Alltags)leben durch die modernen Kommunikationsmethoden und inwieweit sollten bzw. können wir Einfluß auf die Richtung und das Ausmaß dieser Veränderungen nehmen. “Payback” hat es in kürzester Zeit auf die vorweihnachtlichen Bestseller-Listen geschafft, u.a. auch durch eine sehr gelungene mediale Untermalung. Ich bin selber durch mehrere sehr interessante Fernsehauftritte des Autors auf dieses Buch aufmerksam geworden. Leider mußte ich beim Lesen des Buches dann aber feststellen, dass sich der Inhalt des Buches in einem 30-minütigen Fernsehinterview bereits vollständig erschöpft und ich in der gedruckten “Langfassung” dann kaum noch neue Informationen oder Gedanken gefunden habe. Ein wenig hat mich diese Situation an einen Kinofilm erinnert, bei dem der Werbetrailer bereits alle Filmhighlights vorwegnimmt.
Die Kernaussagen des Buches lassen sich kurz zusammenfassen: Das Internet und die sonstigen neuen Informationsmedien haben unser Leben genausostark verändert, wie die Industrialisierung das Arbeitsleben am Beginn des ketzten Jahrhunderts. Multitasking, Informationsoverflow etc. führen zur Gefahr den “modernen Menschen” nicht nur im alltag zu überfordern, sondern ihn auch in der Ausübung seiner eigentlichen Kernkompetenzen (Kreativität, abwägendes Beurteilen, Spontanität) zu schwächen. Schirrmacher führt einige sehr plastische Beispiele an. Insgesamt bleibt er mir aber zu sehr im Leitartikel-Stil, d.h. die jeweiligen Kapitel sind wenig strukturiert. Die Darstellung von Fakten und Beispielen ist nicht abgegrenzt von der Kommentierung. Er springt zwischen den Thesen und streut häppchenweise Zitate ein, ohne die Gedanken dann wirklich einmal detailliert zu entwickeln. Der Stil dieses Buches hat mich tatsächlich an die Nutzung des Internets erinnert: Man klickt sich relativ schnell durch gut lesbare, kurze Abschnitte deren Informationen zum Teil überlappend sind, so dass sich dann mosaikartig so etwas wie ein Gesamtbild zusammensetzt. Dieses Gesamtkunstwerk erinnert aber eher an einen sehr grob gewebten Flickenteppich.
Insgesamt kommentiert Schirrmacher mehr als er wirkliche “Beweise” für seine Thesen anführt. Neben einigen wirklich augenscheinlichen Beobachtungen bzw. Studienergebnissen führt er zumeist Zitate von Experten unterschiedlichsten Fach-Hintergrunds an. Diese Form der Beweisführung halte ich – als Naturwissenschaftler – für sehr fragwürdig. Ich hätte mir gewünscht, dass Schirrmacher etwas mehr Rohdaten aufführt, so dass dem Leser auch die Möglichkeit gegeben wird, zu einer eigenen Einschätzung zu kommen. Die überzeugensten Buchpassagen sind aus meiner Sicht genau diejenigen, in denen Schirrmacher weniger kommentiert sondern vielmehr Studien im Detail zusammenfaßt und in einen Kontext stellt. Diese Herangehensweise hätte ich mir als Grundtenor des Buches gewünscht.
Ein Stück weit ist der Autor mit seinem Buch auch in die (im Buch selber beschriebene) Powerpoint-Falle getreten, indem er stark vereinfacht und sich auf griffige (kurze) Statements konzentriert und diesem Wunsch nach guter Lesbarkeit (in Form gut verdaubarer “read bites”) dann die harten (und eventuell nicht so logisch-linearen) Fakten geopfert hat. Z.B. führt Schirrmacher immer wieder die Problematik der Algorithmen auf, die von Suchmaschinen wie Google genutzt werden und dadurch das Ergebnis präjudizieren bzw. die Ergebnisse vorfiltern basierend auf Prinzipien die den Sucher somit in seiner Entscheidungsfreiheit beschränken. Dieses ist in der Tat eine der völlig unterschätzen Gefahren im Google-Zeitalter, allerdings hätte sich Schirrmacher tatsächlich die Mühe machen müssen, etwas genauer auf die Basis dieser Algorithmen einzugehen anstatt immer diffus von mathematischen Funktionen zu sprechen. Man hat den Eindruck, dass der Autor einem möglichen Massenpublikum nicht zuviele Details zumuten wollte, schon gar nicht wenn diese mathematischer Natur sind. Der Erfolg der Bücher Stephen Hawkings zeigt aber, dass dieses durchaus möglich ist.
Formal ist das Buch in zwei Hauptabschnitte untergliedert: Einem ersten, das Problem beschreibenden Teil, sowie einem zweiten Teil der Lösungsansätze umfassen soll (aber nur rudimentär tut). Ich hätte mir gewünscht, dass auch im zweiten Teil Schirrmacher mehr fokussiert und konkret wird. Auch hier fühlte ich mich zu sehr an Leitartikel erinnert, die in der Regel sich in allgemein gültigen Lösungsvorschlägen erschöpfen und sich zu selten intellektuell auf die tatsächlichen Mühen der Eben einlassen…
Rezension bezieht sich auf: Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen (Gebundene Ausgabe)
Den Titel des Buches versteht man nicht unbedingt. Doch es lohnt sich, zahlt sich aus, dieses Buch zu lesen. Norbert Bolz hat im Prinzip schon vor einigen Jahren das Thema ausführlich abgehandelt, doch Frank Schirrmacher macht es einfacher. Seine Hauptthese ist, dass wir in einem Zeitalter des Multitaskings leben und dies uns überfordert. Den Kampf mit dem Computer werden wir verlieren. Wie wir mittlerweile auch wissen, gibt es ein Multitasking gar nicht, auch Frauen sind dieser “Sache” nicht fähig. Wir müssen ständig entscheiden, welche Information wichtig ist und erleben, dass amazon, google usw. uns diese Arbeit inzwischen abnehmen. Frank Schirrmacher macht uns eindringlich darauf aufmerksam, dass wir darauf schauen müssen, was sich in unserer Art des Denkens durch den Computer verändert. Seine These ist, dass wir das Denken ausgelagert haben und deshalb Denken mit Informationsaufnahme verwechseln. Wir müssen akzeptieren, das der PC einfach manche Dinge besser kann. Der Mensch jedoch ist zum Chaos fähig, d. h. er kann von der Norm abweichen. Hierin liegt nach Schirrmacher die Chance im Umgang mit dem Computer. Der Mensch ist für Überraschungen gut, der PC fürs Rechnen. Und daher sollten wir uns nicht mit dem Computer vergleichen, sondern die Unterschiede klar machen.
Schirrmacher ist Journalist und deshalb kann man ihm verzeihen, dass er manche Ansätze nicht weiter vertieft. Wichtig ist es, dass wir in eine konstruktive Auseinandersetzung einsteigen, das Informationszeitalter nicht verteufeln, sondern es dem Menschen zu Nutze machen. Es ist zu wünschen, dass die von Schirrmacher angeregte Diskussion weiter fort geführt wird und damit an mehr Tiefe gewinnen wird.
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Es hätte gereicht ein Interview des Autors zu hören …,
Frank Schirrmacher hat mit “Payback” zum wiederholten Mal ein Gespür für die Megathemen unserer Zeit bewiesen. Wie verändert sich unser (Alltags)leben durch die modernen Kommunikationsmethoden und inwieweit sollten bzw. können wir Einfluß auf die Richtung und das Ausmaß dieser Veränderungen nehmen. “Payback” hat es in kürzester Zeit auf die vorweihnachtlichen Bestseller-Listen geschafft, u.a. auch durch eine sehr gelungene mediale Untermalung. Ich bin selber durch mehrere sehr interessante Fernsehauftritte des Autors auf dieses Buch aufmerksam geworden. Leider mußte ich beim Lesen des Buches dann aber feststellen, dass sich der Inhalt des Buches in einem 30-minütigen Fernsehinterview bereits vollständig erschöpft und ich in der gedruckten “Langfassung” dann kaum noch neue Informationen oder Gedanken gefunden habe. Ein wenig hat mich diese Situation an einen Kinofilm erinnert, bei dem der Werbetrailer bereits alle Filmhighlights vorwegnimmt.
Die Kernaussagen des Buches lassen sich kurz zusammenfassen: Das Internet und die sonstigen neuen Informationsmedien haben unser Leben genausostark verändert, wie die Industrialisierung das Arbeitsleben am Beginn des ketzten Jahrhunderts. Multitasking, Informationsoverflow etc. führen zur Gefahr den “modernen Menschen” nicht nur im alltag zu überfordern, sondern ihn auch in der Ausübung seiner eigentlichen Kernkompetenzen (Kreativität, abwägendes Beurteilen, Spontanität) zu schwächen. Schirrmacher führt einige sehr plastische Beispiele an. Insgesamt bleibt er mir aber zu sehr im Leitartikel-Stil, d.h. die jeweiligen Kapitel sind wenig strukturiert. Die Darstellung von Fakten und Beispielen ist nicht abgegrenzt von der Kommentierung. Er springt zwischen den Thesen und streut häppchenweise Zitate ein, ohne die Gedanken dann wirklich einmal detailliert zu entwickeln. Der Stil dieses Buches hat mich tatsächlich an die Nutzung des Internets erinnert: Man klickt sich relativ schnell durch gut lesbare, kurze Abschnitte deren Informationen zum Teil überlappend sind, so dass sich dann mosaikartig so etwas wie ein Gesamtbild zusammensetzt. Dieses Gesamtkunstwerk erinnert aber eher an einen sehr grob gewebten Flickenteppich.
Insgesamt kommentiert Schirrmacher mehr als er wirkliche “Beweise” für seine Thesen anführt. Neben einigen wirklich augenscheinlichen Beobachtungen bzw. Studienergebnissen führt er zumeist Zitate von Experten unterschiedlichsten Fach-Hintergrunds an. Diese Form der Beweisführung halte ich – als Naturwissenschaftler – für sehr fragwürdig. Ich hätte mir gewünscht, dass Schirrmacher etwas mehr Rohdaten aufführt, so dass dem Leser auch die Möglichkeit gegeben wird, zu einer eigenen Einschätzung zu kommen. Die überzeugensten Buchpassagen sind aus meiner Sicht genau diejenigen, in denen Schirrmacher weniger kommentiert sondern vielmehr Studien im Detail zusammenfaßt und in einen Kontext stellt. Diese Herangehensweise hätte ich mir als Grundtenor des Buches gewünscht.
Ein Stück weit ist der Autor mit seinem Buch auch in die (im Buch selber beschriebene) Powerpoint-Falle getreten, indem er stark vereinfacht und sich auf griffige (kurze) Statements konzentriert und diesem Wunsch nach guter Lesbarkeit (in Form gut verdaubarer “read bites”) dann die harten (und eventuell nicht so logisch-linearen) Fakten geopfert hat. Z.B. führt Schirrmacher immer wieder die Problematik der Algorithmen auf, die von Suchmaschinen wie Google genutzt werden und dadurch das Ergebnis präjudizieren bzw. die Ergebnisse vorfiltern basierend auf Prinzipien die den Sucher somit in seiner Entscheidungsfreiheit beschränken. Dieses ist in der Tat eine der völlig unterschätzen Gefahren im Google-Zeitalter, allerdings hätte sich Schirrmacher tatsächlich die Mühe machen müssen, etwas genauer auf die Basis dieser Algorithmen einzugehen anstatt immer diffus von mathematischen Funktionen zu sprechen. Man hat den Eindruck, dass der Autor einem möglichen Massenpublikum nicht zuviele Details zumuten wollte, schon gar nicht wenn diese mathematischer Natur sind. Der Erfolg der Bücher Stephen Hawkings zeigt aber, dass dieses durchaus möglich ist.
Formal ist das Buch in zwei Hauptabschnitte untergliedert: Einem ersten, das Problem beschreibenden Teil, sowie einem zweiten Teil der Lösungsansätze umfassen soll (aber nur rudimentär tut). Ich hätte mir gewünscht, dass auch im zweiten Teil Schirrmacher mehr fokussiert und konkret wird. Auch hier fühlte ich mich zu sehr an Leitartikel erinnert, die in der Regel sich in allgemein gültigen Lösungsvorschlägen erschöpfen und sich zu selten intellektuell auf die tatsächlichen Mühen der Eben einlassen…
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| Kommentar als Link1:0 für den Computer,
Den Titel des Buches versteht man nicht unbedingt. Doch es lohnt sich, zahlt sich aus, dieses Buch zu lesen. Norbert Bolz hat im Prinzip schon vor einigen Jahren das Thema ausführlich abgehandelt, doch Frank Schirrmacher macht es einfacher. Seine Hauptthese ist, dass wir in einem Zeitalter des Multitaskings leben und dies uns überfordert. Den Kampf mit dem Computer werden wir verlieren. Wie wir mittlerweile auch wissen, gibt es ein Multitasking gar nicht, auch Frauen sind dieser “Sache” nicht fähig. Wir müssen ständig entscheiden, welche Information wichtig ist und erleben, dass amazon, google usw. uns diese Arbeit inzwischen abnehmen. Frank Schirrmacher macht uns eindringlich darauf aufmerksam, dass wir darauf schauen müssen, was sich in unserer Art des Denkens durch den Computer verändert. Seine These ist, dass wir das Denken ausgelagert haben und deshalb Denken mit Informationsaufnahme verwechseln. Wir müssen akzeptieren, das der PC einfach manche Dinge besser kann. Der Mensch jedoch ist zum Chaos fähig, d. h. er kann von der Norm abweichen. Hierin liegt nach Schirrmacher die Chance im Umgang mit dem Computer. Der Mensch ist für Überraschungen gut, der PC fürs Rechnen. Und daher sollten wir uns nicht mit dem Computer vergleichen, sondern die Unterschiede klar machen.
Schirrmacher ist Journalist und deshalb kann man ihm verzeihen, dass er manche Ansätze nicht weiter vertieft. Wichtig ist es, dass wir in eine konstruktive Auseinandersetzung einsteigen, das Informationszeitalter nicht verteufeln, sondern es dem Menschen zu Nutze machen. Es ist zu wünschen, dass die von Schirrmacher angeregte Diskussion weiter fort geführt wird und damit an mehr Tiefe gewinnen wird.
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