Mein Leben als Sohn: Eine wahre Geschichte


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'Er war nicht irgendein Vater, er war der Vater, mit allem, was es an einemVater zu hassen gibt, und allem, was es an einem Vater zu lieben gibt.'Wie sehr er seinen Vater geliebt und gehaßt hat, das erzählt Philip Rothmeisterhaft in diesem Roman. 'Mein Leben als Sohn' ist ein Buch, das jedenbetrifft, denn es geht um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, umdas Altwerden in unserer Gesellschaft, um Abhängigkeit und vor allem umdie Liebe, wenn sie am schwersten ist. 'Ein Gipfel im erzählerischen Werkvon Philip Roth. Wenn es künftig etwas zu sagen gibt über Vater und Söhne,Leben und Sterben, so wird man sich an dieses Buch erinnern müssen.'

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3 Responses to Mein Leben als Sohn: Eine wahre Geschichte

  1. Matthias Voller "mvoller_68"
    44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Echtes Leseerlebnis, 7. Januar 2004

    Ich empfehle, diese wahre Geschichte langsam zu lesen, um sie in allen Einzelheiten genießen zu können. In diesem sprachlichen Meisterwerk (sehr gut: die deutsche Übersetzung!) beschreibt Roth, wie sein hochbetagter Vater langsam an einem Hirntumor stirbt. Auch wenn Roth dabei durchaus nicht an drastischen Szenen spart, ist es die Person des Vaters an sich, die den Leser gefangen nimmt, und die Liebe des Sohns zu seinem Vater in allem, was dieser ihm in zunehmender Hilflosigkeit abverlangt. Des Vaters unbändiger Lebenswille u. -mut, seine schrulligen Eigenarten und die unzähligen, immer wiederkehrenden Erinnerungen an Menschen, Orte und ihre Begebenheiten, schaffen für den Sohn ein Panorama, einen Boden, auf dem er selbst existiert und handelt und lebt. Bis zuletzt, und auch nach seinem Tod, bleibt der Vater für den Sohn die letzte Instanz, die über allem, was er tut, zu Gericht sitzt. — Sehr lesenswert!

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  2. Christa Wieland
    24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Meisterhafte Schilderung einer Vater-Sohn-Symbiose, 5. September 1999
    Von Ein Kunde

    “Eine wahre Geschichte” nennt sein deutscher Verlag die autobiographische Auseinandersetzung mit dem “väterlichen Erbe”, dem “Patrimony”, wie der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet. Das Wort meint mehr als nur das, was dem Sohn an materiellen Gütern vom Vater überlassen wird. Es umfaßt die gesamte Überlieferung, für die der Vater als Mensch, Mythos und Modell kultureller wie sozialer Identität steht. Der Erzähler ist auf einer längeren Autofahrt durch Manhattan zur Intensivstation, wo sein eigener Vater wegen eines Gehirntumors liegt. Ein Taxifahrer vertraut ihm an, dass er sich väterlicher Bevormundung durch Gewalt entledigt habe. Der Erzähler hält ein flammendes Plädoyer für die Vater-Sohn-Beziehung und beginnt zu zweifeln. Er reflektiert seine bewußte Abgenzung zum Vater die doch nur zu einer stärkeren Verschmelzung führte. Diese Verschmelzung ist nicht nur eine Tatsache, sie ist offenkundig auch ein Verlangen. Meisterhaft schildert der Erzähler diese allmähliche Annäherung, zeichnet behutsam die einzelnen Stationen eines immer weitere Bereiche umfassenden Rollentausches nach, zeigt, wie er dem Greis in seiner Hinfälligkeit nahekommt, um dann am Schluß, nach des Vaters Tod, sich emphatisch zu ihm als Mythos zu bekennen. Das Buch endet mit einem Traum, den der Autor folgendermaßen deutet: “Der Traum sagte mir, daß ich, wenn schon nicht in meinen Büchern oder in meinem Leben, zumindest in meinen Träumen ewig als sein kleiner Sohn leben würde, (…) so wie er dort lebendig bleiben würde, nicht nur als mein Vater, sondern als der Vater, der zu Gericht sitzt über alles, was ich tue.” Dieses Buch löst zwiespältige Gefühle im Leser aus, eine Reaktion, wie sie der Ambivalenz des Lebens selbst angemessen ist. Doch der Zwiespalt wird in der Schwebe gehalten durch die Erzählkunst Philip Roths. Das Ganze wirkt bei aller Bedrängnis gelöst, ja heiter. Dafür sorgen schon die komischen Einlagen, die einmal mehr den Humor des großen Menschenkenners Philip Roth bezeugen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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  3. 20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Distanziert ohne unnötig in Sentimentalität zu verfallen, 5. Dezember 2000
    Von 

    Mein Leben als Sohn zählt für mich zu den beeindruckendsten Erzählungen über die Beziehung eines Sohnes (hier dem Autor) zu seinen alternden Eltern. Eine Entwicklungsgeschichte, die ganz unprätentiös und unsentimental, jedoch mit sehr viel Gefühl einer intensiven Auseinandersetzung mit dem kranken Vater erzählt wird, und dabei hilft, die eigene Person distanziert zu betrachten und sie mit allen Ab- und Umwegigkeiten des Lebens zu konfrontieren. Gleichsam ist dies auch die Geschichte eines jüdischen Einwanderers in die USA, verbunden mit all jenen Erwartungen die sich bestenfalls nur zum Teil erfüllen lassen , aber einen tiefen Eindruck davon zu geben im Stande sind, wie sehr man in dieser Welt auf sich selbst zurückgeworfen ist. – Ein Muss für jeden, der sich mit seiner eigenen Beziehung zu den Eltern / dem Vater beschäftigen möchte.

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