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Hitler: Eine Biographie
Hitler. Eine Biographie. Wenn eine biografische Studie über Adolf Hitler 30 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen zum wiederholten Male neu aufgelegt wird, dann muss das gute Gründe haben. Und die hat es in der Tat! Denn trotz der vereinzelt vorgetragenen Kritik, die von Joachim Fest verfolgte biografische Methode sei überholt, und trotz der Tatsache, dass in der historischen Forschung zu Hitler längst neue Meilensteine gesetzt worden sind (namentlich etwa mit der zweibändigen Biografie von Ian Kershaw): Fests Arbeit ist neben der von Alan Bullock in mancherlei Hinsicht bis heute state of the art. Und das gilt nicht nur für die für das Genre ungewöhnliche literarische Qualität. Es gilt vielmehr auch für die Frage, welche persönliche
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Wer braucht da noch Guido Knopp?,
Ich hatte mich bereits fünf Jahre mit dem Nationalsozialismus beschäftigt und hielt mich für gut informiert, bevor ich mich an das Standardwerk Joachim Fests heranwagte, doch schon das Vorwort des Verfassers, zur erweiterten Ausgabe, strafte diese Anmaßung Lügen. Dieses Buch ist so viel mehr, als nur eine Biographie Adolf Hitlers, es ersetzt durch seinen Informationsgehalt mindestens andere fünfzig Bücher über den Nationalsozialismus, indem es den Leser klare, unmissverständliche Fakten präsentiert. Egal ob es um das Leben Hitlers, seine Bauvorhaben, sein Kunstverständnis, den Antisemitismus in Europa, die „Euthanasie”-Programme den Nationalsozialistischen Kalender, den Holocaust oder die präzise Konstruktion der Massenaufmärsche geht, Joachim Fest fixiert sämtliche Aspekte des Nationalsozialismus mit einer sachlichen, kristallklaren Sprache, die sogar das Quellenverzeichnis interessant werden lässt.
Auch über die Psychologie Hitlers und die Wurzeln seines Fanatismus, über die sich bis heute Historiker den Kopf zerbrechen, liefert Fest plausible Erläuterungen, bleibt aber in seiner Argumentation immer auf dem Boden der Tatsachen, ohne sich jemals in schwammigen Spekulationen zu verlieren.
Dieses Buch überragt alles, was ich jemals über den Nationalsozialismus gelesen habe; und ich empfehle es ganz im Gegenteil nicht nur den historischen Interessenten, sondern insbesondere den Laien, die sich einen Überblick über Hitlers Leben sowie die Epoche des Nationalsozialismus verschaffen möchten. Dieses Buch allein genügt, um sich für sein ganzes Leben als historisch gut informiert zu bezeichnen, alles weitere dient nur zur Vertiefung
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| Kommentar als LinkInnenansicht eines Aufsteigers,
Das Hitlerbuch von Joachim Fest ist mit das beste und umfassendste was es zu diesem Thema gibt.
Das besondere daran: Es ist keine biografische Lebensbeschreibung im zeitlichen Ablauf, es ist eine Psychoanalyse: Wer war dieser Mann, warum hat er so und nicht anders gehandelt?
Die Kapitel sind daher auch nicht chronologisch geordnet, sondern thematisch: Zielloses Treiben, Einstieg in die Politik, Der verkehrte Krieg, Sieger und Besiegter und vieles mehr. Jedes Kapitel versucht dabei hinter den objektiven Zeitumständen das Strickmuster der Hitlerischen Motivation und Handlungen herauszuarbeiten. Und das ist aufs eindrucksvollste gelungen, das macht die Stärke dieses Buches aus.
Die Grundelemente des Phänomens Hitler ziehen sich plötzlich als deutlich sichtbar gemachter Roter Faden durch sämtliche Phasen dieser ungewöhnlichen Karriere: Das Verhaftetsein im Denken des 19.Jahrhunderts, die germanischen Rasse- und Landnahme-Visionen, der typische Wiener Antisemitismus der Zeit, der Schock von Versailles,der radikale Revolutionär, der Schauspieler und Motivator, das politische und taktische Genie dem niemand gewachsen war, das Sendungsbewusstsein das sämtliche Opfer als unwichtig erachtete, der Spieler, der bewusst alles auf eine Karte setzte. Es konnte nur im totalen Triumph oder in der totalen Niederlage enden, Zwischentöne gibt es nicht.
Joachim Fest bietet dem Leser neben historischen Fakten vor allem eine “Innenansicht” der Person Adolf Hitler. Vieles bis dahin Unerklärbare bekommt so seine Logik und ist plötzlich verständlich.
Freilich, 1000 Seiten reiner Text ist viel Holz, Einsteiger in Sachen Hitler könnten sich mit diesem Buch schwer tun. Aber, was zumindest den Rezensenten betrifft, man legt das Buch mit dem Gefühl aus der Hand, erstmals die Person Hitler, seine Handlungen und seine Zeit wirklich begriffen zu haben.
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| Kommentar als LinkSehr gute Biographie mit Stärken im psychologischen Bereich,
Auch 30 Jahre nach ihrem Erscheinen ist Joachim Fests Hitler-Biographie ein wichtiges Standardwerk. Sie beleuchtet eindrucksvoll Aufstieg und Werdegang Hitlers. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf die Persönlichkeit des Diktators, der – im Gegensatz zur Biographie von Kershaw – durchaus als “starker” Diktator begriffen wird, der seine Ziele bis zum Ende durchsetzen konnte, eine These, die Fest in seinem neuen, ebenfalls sehr eindrucksvollen Werk: “Der Untergang” wiederholt. Nun ist in der Forschung mehrfach die Vernachlässigung sozialhistorischer Aspekte bemängelt worden und dem Autor “Hitlerzentristik” vorgehalten worden. Ich kann dies nicht teilen. Gregor Schöllgen schrieb 1983 in seinem Aufsatz: “Das Problem einer Hitler-Biographie”, veröffentlicht in: “Nationalsozialistische Diktatur: 1933-1945 : eine Bilanz” (hrsg. von Karl Dietrich Bracher, Manfred Funke und Hans-Adolf Jacobsen im Droste-Verlag: “Wenn das gleichmäßige Berücksichtigen der Person wie der sozialen, wirtschaftlichen, politischen oder ideologischen Prozesse einer Epoche in ihrer kausalen Verflechtung als Kriterium für eine politische Biographie gelten darf, so kann man die biographie von Joachim C. Fest zu diesem in der Hitler-Forschung seltenen Typ der politischen Biographie zählen” (ebd., S. 694). Schöllgen weiter: “Es ist wichtig im Auge zu behalten, daß Fests Buch primär eine Biographie, nicht aber eine Geschichte der Weimarer Republik oder des “Dritten Reiches” ist. Insofern treffen zahlreiche Kritiken ins Leere, wenn sie gegenüber Fest eine Liste nicht erwähnter oder nur unzureiched beschriebener und analysierter Fakten in Anschlag bringen.”
Dennoch liegt das Überzeugende an dieser Biographie in der Darstellung der Psychologie Hitlers und der beteiligten Personen. Auch die Überlegungen zum Zusammenhang zwischen politischer Kultur Deutschland und dem Aufstieg Hitlers – der Autor ist Gegner der These, es habe Kontinuität von Friedrich dem Großen bis Hitler bestanden – ist sehr interessant und überzeugend. Ich möchte diese These begründen: man lese einmal im Vergleich die Szene des Streites zwischen Hitler und Hugenberg vor der Ernennung des Kabinetts Hitler am 30. Januar 1933 durch Hindenburg bei Fest und Kershaw kritisch nach: bei Fest kommt der “Mythos Hindenburg” zum Tragen: der Streit zwischen Hitler und Hugenberg muss beendet werden, um den “Herrn Reichspräsidenten” nicht warten zu lassen. Bei Kershaw wirkt diese Szene im Vergleich recht blass. Natürlich ist die Biographie leider nicht mehr auf dem neuesten Forschungsstand; die zitierten Quellen sind inzwischen durch weitere Forschungen ergänzt worden. In dieser Beziehung bietet die 1998/2000 erschienene zweibändige Kershaw-Biographie ein eindrucksvolles Kompendium über den neuesten Forschungsstand. Auch Darstellungen über die Jugend Hitlers sind inzwischen veraltet und teilweise überholt, wie Brigitte Hamanns: “Hitlers Wien” beweisen, worauf Krockow in seinem Werk: “Hitler und die Deutschen” zu recht hinweist. Es ist meines Erachtens bedauerlich, dass auch die 1998 erschienene Taschenbuchausgabe im Propyläen-Verlag nicht vom Autor diesbezüglich überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht wurde. Ich teile auch die Skepsis, insbesondere von Haffner ausgedrückt, dass Hitler, wäre er 1938 gestorben, als Staatsmann in die deutsche Geschichte eingegangen wäre. Haffner hat dies in seinen “Anmerkungen” überzeugend widerlegt.
Insgesamt handelt es sich bei der vorliegenden Biographie dennoch um eine endrucksvolle Leistung – sie wurde nicht umsonst 30 Jahre nach ihrem Erscheinen zu einer der Standardbiographien. Für mich neben Haffner bis heute die beste Hitler-Biographie.
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