Der Witz der Eva Heller: Mit Aufsätzen, Vorträgen, Cartoons und Bildern der Schriftstellerin


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2 Responses to Der Witz der Eva Heller: Mit Aufsätzen, Vorträgen, Cartoons und Bildern der Schriftstellerin

  1. Helga König "www.rezensionen.co"
    3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Sie war weit mehr als die Schöpferin von Constanze Wechselburger., 12. September 2010
    Rezension bezieht sich auf: Der Witz der Eva Heller: Mit Aufsätzen, Vorträgen, Cartoons und Bildern der Schriftstellerin (Broschiert)

    Autor dieses Buches ist Professor Dieter Prokop. Er ist der Ehemann des 2008 verstorbenen Multitalents Eva Heller. Den biografischen Text begreife ich als posthume Liebeserklärung des Soziologen an seine Frau.

    Viele weibliche Leser werden Hellers 1987 herausgebenen Roman “Beim nächsten Mann wird alles anders” kennen. Dass die Schriftstellerin zugleich auch Cartoonistin, Autorin von Büchern über die Wirkung von Werbung, Farbenforscherin und Farbentheoretikerin war und zudem Kinderbücher schrieb, wird nicht jedem bekannt sein.

    Eva Heller, Jahrgang 1948, war eine schöne, stets modisch gekleidete, hochintelligente, kreative, sehr kommunikative Frau, die ich stets als ultrasympathisch wahrgenommen habe. Prof. Prokop thematisiert den beruflichen Hintergrund der staatlich geprüften Werbewirtin und promovierten Diplom-Soziologin und fügt in einem der spannend zu lesenden Kapitel über seine intellektuelle Ehefrau den von ihr beantworteten Fragebogen des FAZ-Magazins von 1997 bei, den ich sehr aufschlussreich finde. Hier zeigt sie nicht nur, dass Heller hochintelligent und gebildet war, sondern auch über ein ordentliches Maß an Witz verfügte.

    Die Kommunikation in Kneipen soll sie sehr geliebt haben und sie soll ein besonders empfindsamer Mensch gewesen sein. Der freie Wille war ihr immer wichtig. Der Kern ihres Denkens bestand in der Vorstellung, dass man sich mit denen verbinden und verbünden muss, die einem den freien Willen nicht absprechen wollen. Wie Recht sie doch hatte.

    Mit Freude las ich, dass sie einen Druck von Dürers “Melancolia” und eine Reproduktion eines Gemäldes, auf dem die Pompadour dargestellt ist, in ihrer Wohnung beherbergte. Diese beiden Bilder finde ich bezeichnet. Sie sagen viel über Eva Heller aus, über ihren Blickwinkel, den sie auf sich und andere Frauen hatte. Wer die Pompadour mag, hatte keine Probleme damit, schön und intelligent zugleich zu sein und dies auch ungehemmt Dritten zu zeigen.

    Interessant finde ich Eva Hellers Neigung, sich Bilder zu kaufen und auf diese Bilder etwas eigenes hinzuzufügen, nicht um zu verbessern, sondern um Tuchfühlung zu dem jeweiligen Maler aufzunehmen, mit diesem gewissermaßen auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren.

    Eva Heller kam übrigens aus dem gehobenen Bildungsbürgertum. Der Großvater war bereits Professor, der Vater Jurist und sie, wie oben bereits erwähnt, ein Multitalent. Ich staune, womit allem sie sich beschäftigt hat und wie schön sie nicht nur in ihrer Jugend aussah. Sie war eine fröhlich in die Welt blickende Frau mit sehr ausdrucksstarken Augen. Ich kann Prof. Prokop sehr gut begreifen, dass er durch dieses Buch ihr noch immer nahe sein möchte.

    Doch ich will nicht zuviel verraten. Bitte lesen Sie selbst.

    Empfehlenswert.

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  2. Fuchs Werner Dr
    3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Denkmal und Liebeserklärung, 14. August 2010
    Von 
    Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (#1 REZENSENT)
      
    (REAL NAME)
      

    Rezension bezieht sich auf: Der Witz der Eva Heller: Mit Aufsätzen, Vorträgen, Cartoons und Bildern der Schriftstellerin (Broschiert)

    “Beim nächsten Mann wird alles anders.” Mit diesem 1987 erschienenen Roman wurde Eva Heller schlagartig berühmt. Allerdings muss ich gestehen, nichts zur Auflage von einer Million beigetragen zu haben. Das lag wohl auch daran, wer mir dieses Buch damals empfahl und wo ich es überall sichtete. Immerhin war es ebenfalls eine Frau, die mich auf das Buch von Dieter Prokop aufmerksam machte. Sogar mit dem Hinweis, ich würde dann allenfalls die Romane von Eva Heller so lesen, wie sie von der Autorin gemeint waren. Also nicht als Kampfschrift für Frauen und gegen Männer. Sondern einfach als unterhaltsame und scharfsinnige Betrachtung, wie Menschen sind. Dazu steht im Buch ihres Ehemanns das Zitat von Eva Heller: “Ich schreibe wie die Leute sprechen und wie sie denken. Nicht wie sie denken sollten (edel, hilfreich und gut), sondern wie sie wirklich denken, egoistisch, oft hilflos und böse.”

    Dieter Prokop gesteht, dass er seiner 2008 verstorbenen Ehefrau ein Denkmal schaffen will. Aber auch wenn ihm das eindrücklich gelang, ist sein Buch viel mehr. Es ist eine Biographie in Episoden, Dokumenten persönlichen Erinnerungen, Reden, Aufsätzen, Analysen, Werkschau und Bildern. Und es ist gleichzeitig eine wunderbare, berührende Liebeserklärung an eine einzigartige Frau. Dieter Prokop betont zwar immer wieder, dass er primär Soziologieprofessor und nicht Schriftsteller sei, hat aber als intellektueller und literarischer Sparringpartner von Eva Heller offenbar so viel mitbekommen, dass er sich Entschuldigungen wegen poetischer Lücken hätte sparen können. Vor allem konzeptionell ist auch ihm ein kleines Meisterwerk gelungen. Denn er ordnet die klug ausgewählten Puzzlesteine so geschickt, dass die Leserinnen und Leser ein Bild von Eva Heller bekommen, das diese wohl ebenfalls unterzeichnet hätte.

    Wer die sogenannte Begründerin einer neuen, witzigen Frauenliteratur unrechtmäßig für ideologische Zwecke vereinnahmen will, betrachte vielleicht als erstes Eva Hellers Selbstportrait “Die unglaublich edle Künstlerin und das unglaublich blöde Publikum” auf Seite 172. Oder ziehe, falls vorhanden, eines ihrer Cartoons-Bücher hervor. Denn zu Eva Hellers Lieblingsbeschäftigungen gehörte nicht zufällig der Besuch in Kneipen. Dort fand sie viele ihrer Geschichten, weil sie aufmerksam zuhörte und beobachtete, was Männer und Frauen wirklich interessiert und denken. Gutmenschen, die ihre Umwelt dauernd verändern wollen und selbstgerecht über andere urteilen, ging sie aus dem Weg. Wohl auch deshalb, weil die staatlich geprüfte Werbewirtin und diplomierte Soziologin dem tatsächlichen Verhalten mehr Beachtung schenkte als schönen Worten. Mein erster Zugang zu Eva Hellers vielfältigem Werk waren ihre Cartoons. Dann folgte irgendwann die Lektüre des wissenschaftlichen Buches “Wie Werbung wirkt: Theorien und Tatsachen”. Und noch heute ziehe ich ihre Bücher “Wie Farben wirken. Farbpsychologie, Farbsymbolik, kreative Farbgestaltung” und “Wie Farben auf das Gefühl wirken” zu Rate, wenn ich mein Wissen zu diesen Themen auffrischen will.

    Einem Multitalent wie Eva Heller auf beschränktem Raum gerecht zu werden, ist nicht einfach. Zumal Dieter Prokop seinen Lesern ja auch die vielen Seiten ihrer Persönlichkeit nahe bringen will. Doch diese schwierige Aufgabe ist ihm so hervorragend gelungen, dass ich die Empfehlung für sein Buch gerne weitergebe. Wer ihr folgt, wird eine übermütige, analysierende, witzige und starke Frau kennenlernen, die keine faulen Kompromisse schloss, nur um anderen zu gefallen. Und damit sind nicht nur Männer gemeint.

    Mein Fazit: Eine Liebeserklärung an Eva Heller, die ihr ein verdientes Denkmal setzt, dumme Irrtümer bereinigt, ungerechtfertigte Vereinnahmungen erschwert, ihr wissenschaftliches Werk ebenso würdigt wie ihre Romane und ein Frauenleben zeigt, das wirklich emanzipatorischen Charakter hat.

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