Das möge Gott verhüten: Warum ich keine Nonne mehr sein kann


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3 Responses to Das möge Gott verhüten: Warum ich keine Nonne mehr sein kann

  1. Winfried Stanzick
    74 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Ein bewegendes und aufrichtiges Zeugnis einer ehemaligen Nonne, die die Hoffnung auf eine gerechte Kirche nicht aufgibt, 2. September 2009
    Von 
    Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (TOP 10 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Das möge Gott verhüten: Warum ich keine Nonne mehr sein kann (Gebundene Ausgabe)

    Schon fast 15 Jahre ist es her, dass Majella Lenzen, ehemalige Schwester Maria Lauda, nach einem endgültigen Konflikt mit der Kirche von ihren Gelübden entbunden wurde.

    Nun hat sie es gewagt und ihre Erinnerungen und Erlebnisse aufgeschrieben, von ihrem ersten Einsatz in Afrika an, nachdem sie 1959 ihr erstes Gelübde abgelegt hatte. Achtzehn Jahre hat sie als Missionarin das Turiani Hospital in Tansania geleitet, bevor sie 1982 die Leitung der Ordensprovinz in Simbabwe übernahm.

    Schon in dieser Zeit, so berichtet sie in einem Buch, das die beiden ebenfalls von der Katholischen Kirche geschassten Theologen Eigen Drewermann und Heinz Küng unabhängig voneinander empfehlen, gerät sie in zum Teil heftige Konflikte mit der Amtskirche. Nachdem sie versucht hatte, die Ordensregel als Provinzoberin zu erneuern, platzt die Bombe und sie wird versetzt. In einer Region, die unverhältnismäßig stark von AIDS betroffen ist, soll sie die kirchliche Hilfsarbeit für die Kranken koordinieren. Schon da hat sie im Wesentlichen abgeschlossen mit einer Kirche, die sie als hart und starr empfindet, die sie nicht in der Lage sieht, den wahren Bedürfnissen der Menschen wirklich entgegenzukommen.

    Als sie dann eine Kiste von Kondome in das Rotlichtviertel der Stadt Morogoro transportiert, ist der Rauswurf perfekt. Ein langer Weg ist zu Ende gegangen. Doch ähnlich wie die beiden oben schon erwähnten Theologen, wirft Majella Lenzen mit ihrer Trennung von der Kirche nicht ihren Glauben an Christus über Bord, sondern sie wird sich noch bewusster darüber, was die Gerechtigkeit bedeutet, von der in der Bibel die Rede ist. Das ganze Buch über, mit wahrhaftig abenteuerlichen Episoden eines Lebens als Missionarin, spricht sie immer wieder von ihrer großen Hoffnung, dass es eines Tages eine Kirche geben wird, die fähig geworden ist für den wahrhaftigen Dialog und die den Menschen, die in ihr arbeiten und ihrer Sache dienen, aufrichtig gegenübertreten kann.

    Ein Glaube, den sie mit Tausenden anderen Menschen teilt, die manchmal an ihrer Kirche verzweifeln, sie aber um der Sache wegen nicht verlassen.

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  2. Insidonna "Insidonna Löwenherz, Köln."
    31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Lesen!, 6. September 2009
    Rezension bezieht sich auf: Das möge Gott verhüten: Warum ich keine Nonne mehr sein kann (Gebundene Ausgabe)

    Ich habe Majella Lenzen (70) im Fernsehen gesehen und von ihren Erfahrungen als Missionsschwester in Afrika und ihren “Rausschmiss” aus ihrem Orden berichten hören. Danach war mir klar, das ich ihr Buch lesen muss. Was hat diese Frau unter schwersten Bedingungen alles geleistet! Ich war baff zu lesen, wie die Missionsschwestern früher “verheitzt” wurden und keinen Anspruch auf Entfaltung ihrer besonderen Fähigkeiten oder gar eigenen Persönlichkeit hatten.Selbst als Majella Lenzen als Sr. Maria Lauda schwer erkrankte, hat man ihr dies anfangs nicht geglaubt und gedacht sie wolle “sich drücken”. Und als Dank für alles wird sie schlussendlich nach all den langen Jahren wegen ein paar Kondomen in Ihrer Aids-Kampagne hinausgeworfen (während viele Priester etc. nach weit schwereren Vergehen immer noch ihr Amt ausüben dürfen!). Ich hoffe, das sich in manchem Hinblick etwas ändert und es vielleicht doch noch die eine oder andere Reform in der katholischen Kirche gibt.

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  3. 39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Eine Nonne auf Abwegen?, 9. September 2009
    Rezension bezieht sich auf: Das möge Gott verhüten: Warum ich keine Nonne mehr sein kann (Gebundene Ausgabe)

    Was Majella Lenzen in ihrem Orden als Nonne und als Missionarin von 1959 -1992 in Afrika erlebte, hat sie aufgeschrieben und öffentlich gemacht, indem sie neben ihren menschlichen Erfahrungen über eine Kirchenordnung berichtet, die gravierende Realitätsnähe vermissen lässt.

    Sie ist als junge Frau aus tief gläubigem katholischem Elternhaus in den Orden der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut eingetreten, überzeugt davon, dass Missionsarbeit ihrem inneren Bedürfnis entspricht.
    Schon früh gerät sie mit den strengen Ordensregeln in Konflikt, die sie jedoch nicht von ihrem weiteren Weg abhalten.

    Ausführlich und überzeugend beschreibt sie, wie sie nach dem Ende ihrer Ausbildung zur Krankenschwester ihre ersten Erfahrungen in Afrika sammelt. Ihre Einsatzorte sind Kenia, Tansania und Simbabwe. In Tansania baut sie ein Krankenhaus auf, erfährt größte Armut, begegnet Patienten mit schweren Krankheiten und lernt das Leben unter ärmlichsten Bedingungen kennen. Sie ist erfüllt von ihrer Aufgabe, zu helfen und treibt Raubbau mit ihren Kräften, so dass sie mehrfach erkrankt. Voller Enthusiasmus widmet sie sich ihren Patienten, verantwortungsbewusst und getrieben von einem bewunderungswürdigen Elan. Mit wachem Blick und kritischem Bewusstsein beobachtet sie, was aus den ehemaligen Kronkolonien wird. Sie sieht sich täglich mit dem sozialen Gefälle und mangelnder Gerechtigkeit konfrontiert.

    Den Konflikt ihres Lebens aber erlebt sie in der ständigen Auseinandersetzung mit der Amtskirche in Rom, die fern aller Lebensnähe ihre Regeln verkündet und jene, die sich widersetzen, ausgrenzt.

    Der energisch betriebenen Verbesserung der Gesundheitsvorsorge werden durch absurde Ordensregeln Grenzen gesetzt. Kondome bleiben von der Amtskirche an höchster Stelle verboten, doch bieten sie die einzige Möglichkeit, der weit verbreiteten Seuche Aids in Afrika Einhalt zu gebieten. Sie lösen den Konflikt aus, an dem Schwester Lauda, wie sie mit Ordensnamen heißt, bei der Bekämpfung der Krankheit, die tiefes Leid und Unglück verursacht, scheitert.
    Nach abenteuerlichen und schweren Einsätzen an verschiedenen Orten in Afrika wird sie des Ordens verwiesen und kehrt enttäuscht aber nicht gebrochen in ihrem Glauben in ihre Heimat zurück.

    Ein anrührendes Stück Menschlichkeit wird mit diesem Buch sichtbar. Die mutige, energische, aufopferungswillige und tatkräftige Frau hat mit ihrem Einsatz zahlreichen kranken Menschen in den afrikanischen Entwicklungsländern geholfen. Die Kirche würdigt nicht ihre Taten sondern besteht auf der Erfüllung eng gefasster Glaubensregeln. Sie verliert den Überblick über das, was machbar und was hilfreich ist. Eine Kirche der Verirrung?
    Die Gläubigen werden selber um menschlichere Rechte und machbare Glaubensauslegungen streiten müssen!

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