Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff

2 Responses to Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff

  1. 23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Komplexer Kriminalroman mit winzigen Schwächen!, 18. August 2010
    Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Taschenbuch)

    Nele Neuhaus kann man getrost als Shooting-Star der deutschen Krimiszene bezeichnen.
    Ihre Bücher sind zwar im Taunus angesiedelt, fallen aber weniger durch provinzielle Eigenheiten als durch komplexe Handlungsbögen auf.

    Das ist auch bei dem dritten Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff so.
    Dieses Mal haben sie es mit mehreren Toten zu tun, die Geheimnisse teilen, die lange zurückliegen.
    Es beginnt mit dem Tod Goldbergs, einem 92-jährigen Holocaust-Überlebenden. Bei der Obduktion findet sich eine Blutgruppentätowierung, die auf eine Mitgliedschaft bei der SS hindeutet. Tatsächlich stürzt Goldbergs Identität wie ein Kartenhaus zusammen, aber das ist nur der Anfang. Denn die Ermittler finden schnell heraus, das alle Fäden bei der Industriellengattin Vera Kaltensee und ihrer schrecklich netten Familie zusammenlaufen…

    Dieser Kriminalroman hat es in sich: Neben einer Reihe von Toten und fast noch mehr Motiven spinnt Nele Neuhaus ein dichtes Netz aus Nebenschauplätzen und -handlungen.
    In dieser Fülle von Ermittlungsansätzen verlieren selbst Bodenstein, Kirchhoff und das K11 von Zeit zu Zeit den Überblick und das mag auch dem Leser zuweilen so gehen.
    Trotzdem hat die Autorin die Leser immer wieder schnell am Wickel, denn sie versteht sich auf plastische Schilderungen und das Halten von Spannung.

    Dennoch wäre an einigen Stellen weniger mehr gewesen. Der Clan derer von Kaltensees ist schon unsympathisch genug — da hätte sie sich doch die eine oder andere Macke sparen können. Ein ganz kleines bisschen ist “Tiefe Wunden” auch klischeebehaftet, doch das ist schnell verziehen, denn unterhalten kann Nele Neuhaus so gut, wie derzeit kaum eine deutsche Krimischriftstellerin.
    Gut gefällt mir auch, wie sie die Balance hält zwischen Polizeiarbeit und Privatleben ihrer so real wirkenden Ermittler.

    Zurecht sind Nele Neuhaus Krimis heiße Ware…

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  2. 87 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Weit mehr als ein Regionalkrimi…, 26. Dezember 2009
    Von 
    Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Taschenbuch)

    Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver Bodenstein ermitteln wieder, und dieses Mal geraten sie fast an ihre Grenzen. Es beginnt mit einem Mord an einem 92-jährigen Holocaust-Überlebenden, bei dessen Obduktion eine SS-Tätowierung entdeckt wird und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Alle Opfer werden auf dieselbe Art und Weise getötet und alle sind in einem Alter. Noch eine Gemeinsamkeit findet sich: jeder von ihnen stand in einer Beziehung zu Dr. Vera Kaltensee, einer angesehenen Unternehmerwitwe. Auf der schwierigen Suche nach Täter und Motiv müssen Pia und Oliver immer tiefer in die Vergangenheit eintauchen und sich in der Gegenwart mit einer neuen, nicht gerade sympathischen Vorgesetzten abfinden, die ihre Ermittlungen eher behindert, als unterstützt…

    Dies ist nun der dritte Band um das Ermittlerteam Oliver Bodenstein und Kollegin Pia Kirchhoff, die mir zusammen mit ihren schwierigen Fällen, immer ein Stückchen mehr ans Herz wachsen. Die Charaktere sind sauber ausgearbeitet und wirken im Vergleich zu anderen Ermittlern, deren Autoren ihnen zwanghaft ein Privatleben und schon fast obligatorisch eine Macke andichten, wohltuend normal. Genau diese Mischung aus glaubwürdigem familiärem Umfeld und nachvollziehbarem Verhalten am Arbeitsplatz lässt diese beiden Protagonisten so authentisch und sympathisch wirken. Bemerkenswert ist in diesem Band die Fülle der Figuren und die Menge an Spuren, denen nachgegangen werden muss – viele lose Fäden, die sich am Ende alle zusammenfinden lassen. Man muss schon sehr aufmerksam lesen, und keinen der vielen Beteiligten ignorieren, denn in diesem Spiel hat jeder eine wichtige Rolle – und genau das ist es, was an diesem dritten Band wieder so gelungen ist: die geschickte Verknüpfung einer großen Zahl an Personen, Handlungen und Motiven zu einem dichten und überaus spannenden Kriminalroman, bei der die Autorin wieder einmal bewiesen hat, dass sie den Leser von der ersten bis zur letzten Minuten fesseln kann und dessen Plot weit über dem liegt, was man von einem “Regionalkrimi” erwartet.

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