Dez
12
Tausend strahlende Sonnen
Als Mariam dem Schuhmacher Raschid zur Frau gegeben wird, ist sie gerade fünfzehn, dreißig Jahre jünger als ihr Mann. Die uneheliche Tochter eines Kinobesitzers ist isoliert auf dem Lande aufgewachsen, und auch das Leben als Ehefrau des launischen Raschid in der afghanischen Hauptstadt Kabul hält für sie nicht viel Gutes bereit. Lange Jahre der Unterdrückung und des Leidens gehen ins Land, bis Raschid eine zweite Frau heiratet, ein junges Mädchen aus der Nachbarschaft. Mit Laila und ihren Kindern verändert sich das Leben von Mariam auf eine Weise, wie sie es sich nie erträumt hätte. Khaled Hosseini, der schon mit seinem Romandebüt Drachenläufer begeisterte, erzählt von der Freundschaft, diesmal der zweier Frauen, im krisengesch
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Mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite,
Auch Khaled Hosseinis zweiter Roman trifft mitten ins Herz und lässt den Leser nicht mehr los.
Die Geschichten über Mariam und Laila, sowie auch Tarik, werden von der frühsten Kindheit beginnend erzählt und vermitteln dem Leser das Gefühl, die Charaktere schon ein Leben lang zu kennen. Khaled Hosseini schaftt es auch hier, die Personen sowie deren Gefühle und Eigenschaften auf wunderbar lebendige Weise zu beschreiben. Da war es für mich nicht weiter erstaunlich, wie sehr mir vor allem Laila, Tarik, Aziza und Mariam sofort ans Herz gewachsen sind.
Die wunderbare Freundschaft zwischen Tarik und Laila, die sich seit Kindertagen kennen und später der Zusammenhalt von Laila und Mariam gegen Raschid gingen mir unheimlich nahe. Noch nie hab ich mit den Charakteren so sehr mitgelitten wie hier. Tatsächlich konnte ich kaum mehr schlafen, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte und war beim Lesen vollkommen versunken in die Handlung, so dass ich mich beim Aufblicken von den Seiten oftmals versichern musste, ob ich mich überhaupt noch zu Hause befand. Es ist mir eigentlich noch nie passiert, dass mich eine Geschichte derart fesselt und überhaupt keine Ruhe mehr lässt. Das hat mich selbst ziemlich verblüfft und ich konnte kaum mehr an was anderes denken, als an Laila, Tarik und Mariam. Es war fast schon verrückt! Aber auch jetzt denke ich noch oft daran.
Der Schreibstil von Khaled Hosseini ist zudem oftmals wunderschön poetisch, was dem Buch einen besonderen Schliff verleiht und niemals langatmig oder ausschweifend. Ein fast schon unerträglicher Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Seite garantiert. Die Handlung ist realistisch, wenn auch in einem bestimmten Punkt (den ich hier aber nicht nenne werde, um niemandem die Freude am Lesen zu verderben) vorhersehbar. Doch finde ich, dass dies auch gut gewesen ist.
Die Geschichte von Afghanistan wird auch in diesem Roman wieder stark behandelt. Jedoch spielt die Geschichte im Gegensatz zu “Drachenläufer” ausschlließlich in diesem Land. Es wird deutlich, dass dies auch eine Herzensangelegenheit des Autors war. Er will damit auf das Leid, dass seinem Land und den Menschen dort in den Kriegsjahren widerfahren ist und immer noch widerfährt, aufmerksam machen und einen realistischen Eindruck von einem früheren – schöneren – Leben in Afghanistan vermitteln, den sich heute fast niemand mehr vorstellen kann.
Es ist grausam zu lesen, wie in Afghanistan nach dem Machtwechsel alles zerstört worden ist (von Kulturerben bis hin zu Museen) und grausame, menschenverachtenden Gesetze aufgestellt wurden.
Ich halte “Tausend strahlende Sonnen” für das beste Buch, dass ich jemals gelesen habe und kann mir nicht vorstellen, irgendwann einmal ein anderes Lieblingsbuch zu haben. Es ist kaum zu beschreiben, wie mitreißend, spannend, bewegend und gefühlsvoll es ist.
Kein Wunder das die Filmrechte für diesen Roman bereits verkauft sind. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Umsetzung ähnlich gut wie bei “Drachenläufer” gelingt.
Diesem Buch weniger als fünf Sterne zu geben erscheint mir schlichtweg unangemessen.
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| Kommentar als LinkEin herausstrahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel,
Dieser interkulturelle Bildungsroman ist ein strahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel.
In außergewöhnlicher Form versteht es Khaled Hosseini sich vom Vorgängerroman Drachenläufer” zu lösen und wieder eine ganz eigene Geschichte bzw. einen Geschichten-Sternenhimmel zu erzählen.
Die beiden Hauptfiguren sind die Frauen Mariam und Leila, die im Bannkreis von dem älteren Afghanen Raschid in ihrer Eigenständigkeit und Emanzipation gehindert werden und sich durch eine bezaubernde Freundschaft ihrer einzigartigen Kraft zur Veränderung versichern.
Das Verhältnis der Geschlechter zueinander im Islam bzw. einigen Auswüchsen ist das zentrale Thema von Khaled Hosseinis neuem Werk.
In gewohnter Weise vernäht er Historisches, Politisches und Geographisches zu einem bunten Erzählstoff, zu einer Patchwork-Decke, unter der sich die Zentralpersonen verstecken oder zeitweise wohl fühlen können.
Wanderbewegungen, politische Ereignisse und ganz persönliche Biographien stellt Khaled Hosseini im ausgewogenen Verhältnis zueinander und gibt somit vielfältige Informationen über Afghanistan, ohne dass aus dem in diesem Sinne Bildungsroman ein Sachbuch würde.
Zwischen den Polen Flucht und Rückkehr”, Erkenntnis und Geheimnis”, Gemeinschaft und Einsamkeit”, Liebe und Hass”, Licht und Schatten”, Sorgen und Versorgt werden” werden die Leserinnen und Leser immer wieder in neue Nuancen afghanischer Geschichte und tragischer Biographien geleitet.
Zu Beginn des Romans ist es nicht ganz leicht den einzelnen Personen und Schilderungen zu folgen. Einige Dialoge wirken stark verkürzt. Die Figuren sind nicht vollends ausstaffiert und die Zeitsprünge verwirren. Man hat das Gefühl, dass Hosseini erst nach und nach so vollends in seine so wundervolle Erzählweise hineinfindet und alles wegzuräumen beginnt, was er vorher so unvollendet hat stehen lassen.
Die grandiose Ausformung der Charaktere und die so eigentümliche Ausweitung von Romanszenen zu einem wahrhaftig gefühlten Dabei- Sein – wie man sie sonst von dem großartigen Schriftstellers kennt – finden leider erst nach dem ersten Teil wieder ihre volle Blüte. Hier erfordert es einige Geduld bei der Leserschaft.
Dann aber spielt er wieder mit der Sprache und lässt den Figuren wunderschöne Zitate bringen: mit dem Schnee kamen auch die bunten Drachen, einst Beherrscher des Winterhimmels über Kabul, jetzt aber nur als schüchterne Gäste in dem von Raketen und Kampfjets eingenommenen Luftraum”; …Mamis Herz war wie ein fahler Sandstrand, auf dem Lailas Spuren von den Wellen des Kummers, die darüber hinwegbrandeten, immer wieder weggespült würden” oder Laila kam sich vor wie eins dieser Küchenutensilien, die man je nach Laune vernachlässigen oder in Beschlag nehmen konnte”.
Die Szenerien werden so glaubhaft lebendig, dass man teils fassungslos im Lesen innehalten muss.
Das anderthalb Seiten umfassende Zitat eines Taliban- Flugblattes – sauber eingebettet in den Erzählfluss – zeigt, wie unmenschlich und frauenfeindlich sich diese Herrschaft gezeigt hat.
Die Widersprüche im Leben einer Vielzahl afghanischer Männer werden vom Autor sehr treffend beschrieben, ohne aber den Respekt und die Menschenachtung zu verlieren. Besonders gelungen ist es in der Szene, wo eine Frau zum Burka- Tragen genötigt wird, um sich zu verschleiern; andererseits aber Pornohefte mit nackten Frauen in der Nachttischschublade liegen…
Die kursiv gedruckten afghanischen Ausdrücke werden zwar stellenweise erklärt, doch wäre es gut gewesen, wenn eine Liste dieser Worte am Ende des Buches noch zum Nachlesen aufgeführt worden wäre.
Was hier in aller Präzision und Auslass-Kunst vorgetragen wird, ist ein aufwühlendes, aufklärendes und nachdenklich stimmendes Meer – ein Sternenmeer, von dem immer einige Sterne besonders strahlen: die Liebe zu Afghanistan, zu den Menschen, das Mitgefühl und über allem die Liebe und Hoffnung.
Ein erschütterndes Zeugnis der jüngeren Geschichte Afghanistans, ein dringender Appell an Männer und Frauen, dafür zu sorgen, dass Menschen- und Frauenrechte unteilbar miteinander verbunden sind.
Eine sentimental-nüchterne Liebeserklärung an ein Land, wo unzählige Menschen leben wie “die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken.”
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| Kommentar als Linkein wunderbar traurig-schönes Buch,
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich beim Lesen eines Buches einmal weinen musste. Als Kind, ja, als ich von Anne Frank las, aber danach, da bin ich mir wirklich nicht sicher. In den letzten Tagen ist es mir jedoch passiert. Ich hatte das neue Buch von Khaled Hosseini geschenkt bekommen und gleich angefangen zu lesen. Es fesselte mich von der ersten Seite an. Die Geschichte Afghanistans und der Kampf der Menschen dieses Landes ist etwas, wofür weder ein einziges Buch noch unser Verstand ausreichen. Aber die Geschichte, die der Autor hier von zwei Frauen, deren Familien und den am Ende miteinander verwobenen Schicksalen erzählt, ist es wert, unbedingt von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden. Sie sollten berührt davon sein, bei wieviel Unglück, das einem oder auch mehr Menschen widerfahren kann, ebendiese Leute noch so dankbar, glücklich und gut sein können. Nicht zu verbittern und den eigenen Kindern Liebe zu geben, auch wenn sie sie selbst nicht oder vor sehr langer Zeit erfahren haben, Beständigkeit zu leben, während das Land in unbeständigen Zeiten zerfällt – von alldem erzählt dieses Buch. Die Hoffnung kommt nicht zu kurz und fast poetisch beschreibt der Autor die Charaktere und die Schauplätze. Am Ende spricht er zu uns Lesern, beantwortet auf angenehme Art und Weise die Frage, die sich mir beim Lesen gestellt hat – wie kann man helfen? Kriege gibt es überall auf der Welt und es sollte unser aller Ziel sein, diese zu beenden und weitere zu verhindern. Ein unglaubliches Buch!
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