Mai
08
Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern
Seit über zwanzig Jahren lebt Petra Reski in Italien. Nicht in Sizilien, wo die Cosa Nostra zuhause ist, oder in der von der Camorra gebeutelten Campania, und auch nicht in Kalbrien, dem Herrschaftsgebiet der `Ndrangheta. Aber auch in ihrer Wahlheimat Venedig und dem Rest Italiens, wie auch, wie wir aus ihrem überaus lesenswerten Buch erfahren, im übrigen Europa, wimmelt es nur so von Mafiosi - und von Politikern, ja selbst Priestern, die sich von der Mafia in irgendeiner Form in Dienst nehmen lassen oder gleich mit ihr gemeinsame Sache machen. Nachdem es Anfang der neunziger Jahre so ausgesehen hatte, als sei man nun selbst in Palermo fest entschlossen und vielleicht sogar in der Lage, der Herrschaft der Mafia endlich ein Ende zu machen
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Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern,
Italien, eine Pizzeria, die Mafia und ein Priester, welcher keiner ist – dieser Stoff könnte aus einer Verfilmung stammen und ist doch so wahr. In ihrem Buch MAFIA von Petra Reski beschreibt die Autorin die Struktur und die Vorgehensweise der MAFIA in Italien, speziell in Süditalien, dem angestammten Hauptwohnsitz des mächtigsten Syndikats Italiens. MAFIA – spannend, packend und wie ein Krimi – leider aber echt und grausam.
Die Wahl Italienerin Petra Reski war ebenso wie Hunderttausende vor ihr von der Verfilmung DER PATE fasziniert und von den Krokodilstränen, welche dort nach so manchem Mord geweint wurden. Deshalb begann sie schon damals nach Italien zu fahren und beschäftigte sich mit einem Phänomen, welche heute untrennbar mit Italien verbunden ist: der Mafia!
Die ehrenwerte Gesellschaft, die Cosa Nostra, die Mafia, die Camorra und wie die Arme und Beine, so auch die Köpfe der Hydra noch heißen mögen, das Angesicht des Verbrechens hat viele Namen und Petra Reski hat sie kennen gelernt.
Auf Parties, auf Hochzeiten, bei Beerdigungen, überall dort wo es etwas zu holen galt, war sie mit dabei und portraitierte somit eine Organisation, welche zu Recht die Filmindustrie inspiriert hat, ob ihrer Methoden und ihrer grausamen Rituale und Bestrafungen.
In Süditalien machen viele mit und selbst die Kirche webt ihr Netz inmitten der großen Spinne. Verrat wird nicht geduldet, dem Geld und der Macht gehuldigt wie einem Götzen und doch ist man tief religiös.
Das Buch ist sehr spannend, gut recherchiert, verhilft zu ungekannten Einblicken und zeigt eine Organisation, welche nur schwer zu vernichten sein wird, denn sie erzeugt sich wie Phönix aus der Asche immer wieder selbst von Neuem.
Sehr empfehlenswert!
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| Kommentar als LinkDickie für Arme,
Zuerst einmal: das Buch liest sich gut, von leichter Hand geschrieben,
die Erzählerin kommt sehr sympathisch rüber, sie hat – aus ihrer Sicht -
durchaus einiges zu erzählen, aber…..ist das die Geschichte der Mafia oder zumindest eine Zustandsbeschreibung jetziger Verhältnisse? Teilweise ja, Berlusconi und andere Politiker des Bündnisses werden namentlich als Leute genannt, die Kontakte zur Mafia pflegen, Frau Reski ist mutig, keine Frage.
Wer etwas über das organisierte Verbrechen in Italien – und anderswo- erfahren will, dem sei John Dickie empfohlen, der eine gute Einführung in Geschichte und Struktur der ehrenwerten Gesellschaft gewährt oder das grandiose Buch von Roberto Saviano, der tiefe Einblicke gewährt und dafür im Untergrund leben muss.
Fazit:Dies ist nicht das Buch über die Cosa Nostra, aber ein durchaus lesenswertes Buch einer Deutschen in Italien, die aus deutscher Sicht die Probleme in Süditalien zu verstehen versucht.
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| Kommentar als LinkSachbuch? Roman? Nix richtig, von allem etwas,
Nach Hören eines Radiointerviews mit der Autorin über das Thema Mafia, das sehr interessant war, habe ich mir das Buch bestellt.
Ich lese sehr viel und halte auch mal durch, wenn das Buch schwach ist. Aber dieses Buch ist echt langweilig & unterirdisch.
Es beginnt als Reportage einer Reise der Autorin nach Italien. Dann streut sie jedoch plötzlich Interviews ein, und andere Gegebenheiten, die irgendwann ganz anders stattgefunden haben. Somt verliert man den Überblick und es zeichnet sich kein roter Faden ab.
Für mich ist das Buch zu wenig spannend als Roman und mangelt an Spannungsbogen und roter Faden. Für ein Sachbuch ist es ebenfalls zu unstrukturiert und überdies hätte sie sich dann die Reportage sparen können.
Schade!
PS: wann hören Autoren auf, dämliche Untertitel zu wählen? Soll eine schnelle Assoziationskette helfen, falls jemand nicht weiss was die Mafia ist? Und wenn, dann beschränkt sie sich selbst auf recht billige Assoziationen.
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