Aug
21
Die neuen Kriege
Die Welt ist seit dem Ende des Kalten Krieges nicht friedlicher geworden. Trotzdem hat sich etwas verändert: "Neue Kriege" haben die traditionellen Formen der Gewalt abgelöst, schreibt der Politologe Herfried Münkler in seiner klugen Untersuchung. Jahrhunderte lang war der Staat "Monopolist des Krieges": Zwei Nationen erklärten einander den Krieg, schickten uniformierte Armeen in die Schlacht. Am Ende stand ein Friedensschluss -- all dies bezeichnet Münkler als historisches Auslaufmodell. Heute dominieren lokale Kriegsherren, Söldnerfirmen und Guerillabanden das Geschehen. Gekämpft wird um Bodenschätze oder um die Vorherrschaft einer ethnischen Gruppe, und oft schwelen diese Konflikte mehrere Jahrzehnte ohne Aussicht auf ein Ende.
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Stehen wir vor einem neuen 30-jährigen Krieg?,
Wie unterscheiden sich die “neuen Kriege”, die der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler hier beschreibt, von den alten? Sie sind billig, sie finanzieren sich aus dem Land, auf dem sie ausgefochten werden und sie dauern ewig. Weil die Generäle und Ideologen, die sie führen, keinen Frieden wollen, sondern die Erhaltung ihrer Macht. Weil sie dadurch reich werden.
Bisher hat noch niemand eine so klare, einleuchtende und verständliche Analyse der “neuen Kriege” geschrieben wie Münkler. Absolut logisch, verständlich und – sogar das – spannend schildert er die wahren Ziele von Terroristen und Warlords. Sie wollen ihren Status und ihr Wohlleben erhalten – durch Rauschgiftschmuggel (Afghanistan, Kolumbien), Ölschmuggel (Irak, Kongo, Sudan), Diamantenschmuggel (z. B. Angola). Und durch die Ausplünderung der Bevölkerung.
Ob das je wieder zu ändern sein wird? Münkler sieht schwarz, zumindest so lange die Staaten der westlichen Welt nicht noch viel mehr Geld in Friedenssicherung und Wiederaufbau der zerstörten Staaten stecken.
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| Kommentar als LinkVon symmetrischen und asymmetrischen Kriegen,
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